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Schlesische Schlösser auf Hochglanz poliert

Preußische Traditionspflege im Hirschberger Tal

Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel

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Mit dem Ausbau alter preußischer Schlösser zu Schlosshotels erhält Polen eine neue Attraktion.

„Die spinnen, die Preußen“, mag einst der stets auf Ausgleich bedachte Rübezahl für einen kurzen Augenblick gedacht haben. Doch auch der zweite Blick vom Gipfel seines Riesengebirges herab ließ keinen Zweifel aufkommen: Es waren in der Tat preußische Truppen, die dort unten völlig überraschend in Schlesien einmarschierten und damit habsburgisches Territorium an sich rissen. Ein unüberhörbarer Paukenschlag, mit dem König Friedrich II. unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Jahr 1740 seiner Wiener Widersacherin Maria Theresia zweifelsohne das Blut in die Adern trieb.

Schnell erfreute sich Schlesien am preußischen Hof  einer hohen Wertschätzung. Vor allem Friedrich-Wilhelm III. sah im Hirschberger Tal sein persönliches Traumziel. Nur eine gute Tagesreise von Berlin entfernt, bezog er in Erdmannsdorf (Myslakowice) am Fuße der Schneekoppe ein von Karl-Friedrich Schinkel umgebautes königliches Schloss als Sommerfrische, und Andere vom Berliner Hofe folgten dem Beispiel des preußischen Monarchen.

Funke der Begeisterung

Inzwischen, so lehrt der Verlauf der Geschichte, gehören Preußens Glanz und Gloria längst der Vergangenheit an, und lange Zeit waren die einstigen Prachtschlösser und Herrenhäuser dem Verfall preisgegeben. Doch dann genügte vor wenigen Jahren ein Funke der Begeisterung, der das Engagement für die dreißig einstigen Prachtobjekte im Umkreis von Hirschberg (Jelenia Gora) entzündete.

Zum Beispiel am Wasserschloss in Karpniki (Fischbach). Einst in Besitz des Prinzen Wilhelm von Preußen, einem Bruder von König Friedrich-Wilhelm III., blieb der stolze Renaissancebau lange Zeit unbeachtet und verfiel. Und war dabei doch, wie der jetzige polnische Schlossbesitzer Jacek Marsior beteuert, „eines der schönsten Gebäude im Hirschberger Tal“! Als wahrer Enthusiast sei er sehr daran interessiert, „die deutsche Kultur im Hirschberger Tal zu erhalten“. Mit Erfolg, wie sich bereits jetzt gegen Ende der Restaurierungsphase des zukünftigen Schlosshotels erahnen lässt.

Reichtum einstiger „Schleierherren“

Über eine „bürgerliche“ Tradition hingegen verfügt das Schlosshotel Wernersdorfer Bleiche in Pakoszow (Wernersdorf). Hier residierte einst einer jener legendären „Schleierherren“, die mit der Veredelung von Leinen einen hohen Qualitätsstandard setzten. Zu ihnen gehörten auch die Vorfahren der Familie Hartmann, die 1945 ihren Besitz aufgeben und das Land in Richtung Deutschland verlassen musste. Doch dann ergab sich im Jahr 2004 die unerwartete Gelegenheit, das Grundstück zurückzukaufen und zu einem Schlosshotel umzugestalten.

Dem Architekten Christopher-Jan Schmidt steht der renommierte Restaurator Christoph Wetzel zur Seite, der noch vor wenigen Jahren die Innenkuppel der Dresdener Frauenkirche künstlerisch ausgestaltete. Ähnlich wie dort soll auch hier auf dem Wege der illusionistischen Malerei ein Gesamtkunstwerk entstehen, das in dem 45 Quadratmeter großen Deckengemälde des Barocksaals seinen Höhepunkt findet.

Initialzündung für Schlosshotels

Auch das Barockschloss Lomnica (Lomnitz) hat mit der Adelsfamilie von Küster die einstigen deutschen Besitzer zurück erhalten. Denn von 1835-1945, so erzählt die sympathische Elisabeth von Küster, war das stattliche Anwesen in Besitz der Familie ihres Mannes. Anlässlich des Ausbaus  zum ersten Schlosshotel im Tal löste es die heute bereits legendäre Initialzündung aus, der sofort andere Projekte folgten. „Und je mehr renovierte Schlösser es hier gibt, umso attraktiver wird das Tal“, bemerkt die Besitzerin mit einem zuversichtlichen Lächeln.

Dann führt sie ihre Gäste hinaus zu dem ebenfalls auf dem Schlossgelände wieder aufgebauten Gutshof. Wie das Barockschloss vermittelt er den Eindruck von der Großzügigkeit preußischer Architektur im Hirschberger Tal. Und ist damit ein weiteres Beispiel für den Reichtum deutscher Kultur in Polen, die nur darauf wartet, von beiden Seiten (wieder)entdeckt zu werden.

www.polen.travel www.schlosshotel-wernersdorf.de,   www.schloss-lomnitz.pl,   www.jeleniagora.pl    

Schnee-Treiben im Tiroler Oberland

Das Kaunertal als Winterparadies

Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel

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Gerade unter einer weißen Schneedecke offenbart das Kaunertal seinen besonderen Zauber.      Copyright by Dr. Bernd Kregel

Sind dies schon die Vorboten des für dieses Jahr angekündigten Weltuntergangs? Denn bedrohlich schieben sich finstere Wolkenbäuche über das Tiroler Oberland und geben ausreichend Anlass zu einer apokalyptischen Grundstimmung. Noch sieht man, wie die ringsum aufgereihten Dreitausender ihre Spitzen wie riesige Sägen in den Himmel recken. Sind am Ende sie es, die schließlich die runden Wolkenbäuche anritzen, deren weißer Inhalt alsbald vom aufkommenden Sturm durch die Luft gewirbelt wird?

Der Kaunertaler Gletscher als Anziehungspunkt

Angesichts dieses Naturschauspiels wird der Mensch für wenige Tage in die Rolle des hilflosen Beobachters verbannt. Selbst die von ihm errichteten Sportanlagen am Rand der fünf Tiroler Gletscher ducken sich unter der Last der Schneemassen zu Boden. Sie mögen davon träumen, dass nach den Tagen des Schneefalls das bunte Schnee-Treiben an ihren Hängen umso prächtiger explodieren möge.

So zum Beispiel am Kaunertaler Gletscher, der sich am Fuß der 3500 Meter hoch aufragenden Weißseespitze als „Tirols jüngster Gletscher“ einen Namen gemacht hat. Denn hier können Freerider und Snowboarder in jugendlicher Frische auf breiten Pisten aus Naturschnee ungestört ihre Schwünge ziehen. Aber auch anderswo gibt es nichts Schöneres, als sich bei strahlendem Sonnenschein die Schneeschuhe unterzuschnallen und in den noch unberührten Schneeflächen seine eigenen Spuren zu hinterlassen oder auf den Langlaufloipen seine Kreise zu ziehen.

Naturparkhaus als geologisches Energiezentrum

Eine bequeme Art, sich einen Überblick zu verschaffen, hält das Naturparkhaus Kaunergrat am nördlichen Taleingang bereit. Wie ein Adlerhorst thront es in 1600 Metern Höhe an einer 800 Meter tiefen Abbruchkante zum Inn. An dieser markanten Stelle wurden bereits vor 5000 Jahren, also zu Ötzis Zeiten,  Tieropfer für die heimischen Gottheiten dargebracht.

Auch für heutige spirituelle Belange hat das Kaunertal eine Kostbarkeit anzubieten. Es ist die im Jahr 1535 erbaute Wallfahrtskirche Kaltenbrunn, die in 1260 Metern Höhe seit Jahrhunderten die Pilgerscharen aus der Umgebung ins Kaunertal lockt.  Ursache für diese Anziehungskraft ist eine Muttergottesstatue, die genau hier im 12. Jahrhundert von Hirten in einem Weizenfeld entdeckt wurde.

Musikerlebnis im Flügelmuseum

Nur wenige Meter von der Kirche entfernt wohnt Toni Wille, der als „Flügeltoni“ nicht aus dem Kaunertal wegzudenken ist. Toni ist ein Rundum-Talent, da er von der Landwirtschaft bis hin zum Kunsthandwerk gleich mehrere Berufe ausübt. Seine große Liebe jedoch gilt dem Klavierspiel, das er – weitgehend autodidaktisch angeeignet – zu hoher künstlerischer Reife verfeinert hat.

Dazu betreibt er ein über die Grenzen hinaus bekanntes Flügelmuseum mit den unterschiedlichsten Parade-Exemplaren der Musikgeschichte. Schon sind die Kerzen entzündet, die den Raum in ein gedämpftes warmes Licht hüllen. Und alsbald erklingen von den unterschiedlichen Instrumenten aus die klassischen „Ohrwürmer“ der Musikgeschichte von Bach und Händel über Mozart und Beethoven bis hin zu Debussy. Ein in der Tat ausgefallenes und zugleich persönliches Musikerlebnis!

So lebt der Aufenthalt im Kaunertal nicht nur von den sportlichen Aktivitäten, zu denen die malerische Landschaft durch alle Jahreszeiten hindurch einlädt. Daneben sind es auch die persönlichen Begegnungen, die das Bild abrunden. Und der vom Maya-Kalender für diesen Dezember prophezeite Weltuntergang? Das Kaunertal  wie auch das gesamte Tiroler Oberland werden ihn sicherlich unbeschadet überstehen.

www.tiroleroberland.at www.kaunertal.com www.kaunergrat.at www.tirolgletscher.com,

Wo in Nahost die Post abgeht

Swinging Beirut im Aufwind der Gefühle

Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel

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Dr. Bernd Kregel

Mit unerwarteter Aufbruchstimmung und Lebensfreude empfängt die libanesische Hauptstadt ihre Gäste.

Auferstanden aus Ruinen und aufpoliert zu neuem Glanz! Schon bei seiner Eröffnung vor fünfzig Jahren galt das „Phoenicia“ als eines der Prunkstücke in der zum Mythos erhobenen „Schweiz des Nahen Ostens“. Doch dann geriet das Vorzeige-Hotel hinein in den Strudel des Libanon-Konflikts und versank mit einem großen Teil der Beiruter Innenstadt in Schutt und Asche. Wie Phoenix erhob es sich daraus in relativ kurzer Zeit und ist seit der Jahrtausendwende wieder präsent. Nun geben sie sich wieder die Klinke in die Hand, die Stars des Showbizz wie Shakira und Tom Jones, die Musikbands und Sportmannschaften, die Sheikhs der Arabischen Liga und die Wirtschaftsführer aus den westlichen Industrieländern.  

Und auch den Menschen sieht man ihr Trauma kaum noch an. Im Gegenteil! Aus der einstmals umkämpften Stadt ist längst ein über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes „Swinging Beirut“ geworden, in dem eine unbändige Lebensfreude die Oberhand gewonnen hat. Nach Sonnenuntergang wird hier die Nacht noch einmal zum Tage gemacht. Besonders an den Wochenenden, wenn in den Bars und Discos die Post abgeht, und sich die Jugend der Stadt zu ausgelassener Musik mit Feierlaune ins Vergnügen stürzt. Zum Beispiel im eleganten „Whisky Mist“, wo neben ausgewählter Designermode auch spärliche Damenbekleidung stilvoll zur Schau gestellt wird.

Feminine Eleganz in der Modeszene

„Wo aber sind diese modischen Kleidungsstücke erhältlich?“ Auf diese Frage scheint Kunstexperte Amine gewartet zu haben. Er kennt sich in der Kulturszene der Stadt bestens aus und versucht als studierter Designer, bei seinen Projektentwürfen für Hotels und Restaurants stets Mode und Architektur unter einen Hut zu bringen. Das Nachkriegs-Beirut empfindet er dabei geradezu als ein Fashion-Eldorado. Denn wie Pilze schießen in der Altstadt – besonders im Viertel von St. Michael – die Studios und Boutiquen aus dem Boden und repräsentieren mit ihren jeweiligen Konzepten und Angeboten völlig unterschiedliche Welten.

Zum Beispiel das Studio von Mode-Ikone Elie Saab, der bereits seit seinem 18. Lebensjahr „an die Mode glaubt“, und nicht selten von seinen Freunden als „Modegenie“, ja sogar als „Mode in Person“ verehrt wird. Indem er Stars wie Halle Berry mit femininer Eleganz umhüllt, wird er international gar zu einem ungekrönten König des roten Teppichs.

Schneeabenteuer und Hüttenspaß

Majestätisch präsentieren sich auch die verschneiten Gipfelkämme des Libanongebirges im Skigebiet  von Faraya. Hier findet sich zwischen 2000 und 2500 Metern alles, was man für ein Schneeabenteuer benötigt: Skiausleihe, Skihütten, Restaurants und Nachtklubs. Für Stimmung ist also gesorgt.

Daher wohl auch die vielen Stammgäste, die der Gipfelregion jedes Wochenende einen Besuch abstatten, wie General Manager Andrea vom „Mzaar Lebanon Mountain Resort & Spa“ zufrieden anmerkt. Es ist für hiesige Verhältnisse der am meisten angesagte Ort: um gesehen zu werden und nicht zuletzt, um in der Chalet-Atmosphäre am warmen Kaminfeuer beim Knistern der brennenden Holzscheite die winterliche Atmosphäre zu genießen.

Und zu träumen von dem nur eine gute Stunde entfernten Baalbek. Jener Tempelanlage, mit der einst die Römer ihre politische und kulturelle Überlegenheit demonstrierten. Selbst Kaiser Wilhelm II. ließ es sich nicht nehmen, bei seinem Palästinabesuch vor mehr als einhundert Jahren das weitläufige Areal aufzusuchen und die inzwischen zur Ikone gewordenen sechs mächtigen Säulen des Jupitertempels zu bewundern. Insgesamt Grund genug, um dem kleinen aber feinen Land an der Levante den bisher aufgeschobenen aber längst fälligen Besuch abzustatten.

www.libanesische-botschaft.info

www.lebanon-tourism.gov.lb

www.phoeniciabeirut.com

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Mythos Mali

Wiederentdeckung der „Mitte von nirgendwo“

 Von Dr. Bernd Kregel

„Süß wie die Liebe, durchwachsen wie das Leben und bitter wie der Tod.“ Wüsteneinsamkeit macht sinnlich. Und zugleich sensibilisiert sie für das Wesentliche. In beiden Disziplinen sind die Tuareg Meister. Sie verleihen Ihrer Teezeremonie eine geradezu liturgische Note und überhöhen sie damit zu einer heiligen Handlung, aus der sich die Eckpunkte des menschlichen Lebens ablesen lassen. Dreimal verlässt der braune Strahl in hohem Bogen die Teekanne und füllt, luftig aufgelockert mit jeweils unterschiedlichem Geschmack, prasselnd und schäumend die kleinen Gläser: „Es lebe die Liebe! Es währe das Leben! Es warte der Tod!“

Während dieses Zeremoniells scheint sogar die Zeit still zu stehen. Wie soeben im Lager der Tuareg auf einer der Sanddünen bei Timbuktu. Hier am Rande der Sahara werden bei den Strahlen der untergehenden Sonne Gedanken ausgetauscht, Geschichten erzählt und Freundschaften geschlossen. Allen voran zählt natürlich die Gastfreundschaft, die stets heilig ist und niemals angetastet werden darf.

In der Mitte von nirgendwo

Auch nicht im nahe gelegenen Timbuktu, jener legendären Siedlung irgendwo „in der Mitte von nirgendwo“, wie sie einst bei ihrer Entdeckung durch europäische Forschungsreisende charakterisiert und zum Mythos erhoben wurde? Noch 20.000 Einwohner leben heute in ihr und sonnen sich im Glanz ihrer goldenen Vergangenheit. Damals, als vor fünfhundert Jahren kostbare Bücher und Handschriften auf Kamelrücken für die 25.000 Studenten herangeschafft wurden. Sie galten als die wertvollste Handelsware und ihre Abschriften wurden mit purem Gold bezahlt.

Ganz anders das „westafrikanische Venedig“, die am Zusammenfluss des Niger mit dem Bani River auf einer Insel gelegene Stadt Mopti. Bis an den Horizont reichende Reisfelder bestimmen hier bei der Anfahrt das Bild. In der Stadt selber scheint sich das Leben hauptsächlich an den Flussufern abzuspielen. Besonders am Seguni-Markt, an dem schlanke Pirogen bunt gekleidete Menschen sowie eine unglaubliche Palette von  Waren transportieren.

In Djenné hingegen ist es die große Moschee, die als architektonisches Weltwunder alles andere überstrahlt. Errichtet aus einem Gemisch aus Lehm, Hirsestroh sowie Kuhmist hat sie den Titel eines Unesco-Weltkulturerbes durchaus verdient. Eine Konkurrenz ganz anderer Art bildet jedoch der in ihrem Schatten wöchentlich stattfindende Montagsmarkt. Hier zeigt sich vor der schlichten Lehmkulisse eine knallige Farbigkeit, die nun ihrerseits alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, allen voran die bunt herausgeputzten Frauen, die wie exotische Vogelwesen auf Käufer für ihre Waren warten.

Animistische Tradition im Land der Dogon

Doch dann folgt der Höhepunkt einer jeden Mali-Reise: ein Abstecher ins legendäre Land der Dogon.

Ebenso wie Timbuktu und Djenné Unesco-Kulturerbe, gilt das besondere Interesse der animistischen Tradition dieses Volkes, die sich hier in ihrer Ursprünglichkeit erhalten hat. 

Wie in einem bunten Kaleidoskop gibt der Kulttanz der Dogon Auskunft zu allen Fragen zwischen Himmel und Erde. In ausdrucksstarken Masken und Kostümen stehen die Männer des Dogon-Dorfes Tirely auf ihrem Dorfplatz bereit und warten auf das Signal durch die Dorfältesten. Und dann plötzlich bricht es los wie ein Feuerwerk, das sich in unterschiedlichen Formationen entlädt. Zum Beispiel in den Masken der Kanagas, die symbolisch Himmel und Erde repräsentieren und dann urplötzlich eine mythische Verbindung beider Sphären vollziehen.

Eine ursprüngliche, ja urtümliche Welt, die sich authentisch erhalten hat und damit einen weiteren Beitrag leistet zu der vielfältigen Kultur Malis, einer der schönsten und reichhaltigsten in ganz Westafrika.

www.malitourisme.com; www.african-dreams.biz; www.get-up-tours.de; www.ivory-tours.de

Copyright by Dr. Bernd Kregel

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Weihrauchstraßen-Romantik in Arabiens grünem Orient

Stets war die „Weihrauchstraße“ umgeben von einem Mythos, dessen Ursprünge sich

noch heute mit all ihrem Zauber aufspüren lassen.

Es ist ein süffisantes Lächeln, dessen hochmütiger Unterton geeignet ist, andere auf die Palme zu bringen. Nicht so im Orient. Hier verzeiht man dem Kamel seine hochnäsige Überheblichkeit. So auch dem stattlichen Kamelhengst am Wadi Darbat in der südomanischen Provinz Dhofar. Mit zugekniffenen Nüstern und lässig herabhängender Unterlippe gibt er allerdings den unter schattigen Bäumen Rast Suchenden ein Rätsel auf. Was, so fragen sie, verbirgt sich hinter diesem sphinxhaften Gesichtsausdruck? Ist es vielleicht sogar die Erinnerung an die „Weihrauchstraße“, auf der Karawanen das mit Gold aufzuwiegende Edelharz über 3500 Kilometer hinweg ans Mittelmeer transportierten,  hinein in das Zentrum des Römischen Weltreiches?

 Weihrauch-Träume

Wie auch immer: Selbst wenn das Rätsel nicht eindeutig gelöst werden kann, ist doch alles, was hier im südlichen Oman mit dem Weihrauch zusammenhängt, versehen mit den Attributen einer besonderen Wertschätzung. Ist es hier doch der Stoff, aus dem die Träume sind, wie sie im Umfeld dampfender Weihrauchgefäße erwachsen. Besonders dann, wenn die orientalische Nacht hereinbricht und der flackernde Glanz des gestirnten Firmaments wie eine bestickte Decke über die grünen Gärten Allahs hernieder sinkt.

Damit es zu solch ausgefallenen sinnlichen Erlebnissen kommen kann, gibt es den Weihrauch-Markt in der Provinzhauptstadt Salalah. Hier liegen die weißbraunen Harzkristalle in großen Körben bereit oder werden, handlich verpackt, in durchsichtigen Tüten unaufdringlich präsentiert von verschleierten Beduinenfrauen.

 Trostlos schöne Gegend

Bei diesem illustren orientalischen Marktgeschehen reift irgendwann der Entschluss, den geheimnisvollen Ursprungsort des Weihrauchs aufzuspüren. Noch kurz nach dem Aufbruch in westlicher Richtung überwiegt in unmittelbarer Nähe Salalahs die fruchtbare Üppigkeit, wie sie in dieser Fülle keine andere Stadt auf der Arabischen Halbinsel zu aufzuweisen hat.

Doch schon bald weisen der schneeweiße Strand und die bizarren Kalksteinformationen von Mughsail den Weg. Je mehr sich nun die Straße der Jemenitischen Ostgrenze nähert, umso mehr türmt sich ein schroffer Gebirgszug vor ihr auf. Wo Einkerbungen in die Bergkuppe nicht mehr ausreichen, da erweisen sich unglaublich verschlungene Serpentinen als das geeignete Mittel, sich durch Fels und Geröll beiderseits des Asphaltbandes seinen Weg nach oben zu bahnen.

Knorrige Äste und schorfiger Stamm

Bis hinauf zu den Ansammlungen von Weihrauchbäumen, die sich in knorriger Gestalt in der Ferne wie kleine Punkte von den Berghängen abheben. Als nahezu blattlos erweisen sich bei näherem Hinsehen die bizarr in den Himmel ragenden Äste, als wollten sie der Sonne keine unnötige Angriffsfläche bieten.

Das Wichtigste jedoch ist ihr schorfig wirkender Stamm, der mit einer dünnen braunen Borke überzogen ist. Die in ihr erkennbaren Einkerbungen erbringen den Beweis, dass der für diese Gegend zuständige Beduinenstamm von seinem Recht Gebrauch macht, die Stämme an unterschiedlichen Stellen anzuritzen, um das austretende Harz nach zweiwöchigem Trocknen abzuernten. Sortiert nach Farbe und Qualität gelangt es dann als Weihrauch auf den Markt – wie bereits Jahrtausende zuvor zur Zeit der alten Weihrauchstraße.

So hat das edle Naturprodukt nichts von seiner Strahlkraft verloren. Und in Arabiens grünem Orient im südlichen Oman ist der Weihrauchmythos weiterhin fest verankert als ein Zauber, der noch heute mit all seiner orientalischen Romantik aufgespürt werden kann.

www.oman.travel www.omanair.com www.geoplan-reisen.de

Seeluft schnuppern im sommerlichen Brighton

Lässige Strandatmosphäre an der südenglischen Steilküste

Von Dr. Bernd Kregel

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Adel verpflichtet, selbst im Bett. Queen Victoria kam dieser Verpflichtung nach, indem sie gleich vier Matratzen übereinander in ihrem Bett stapeln ließ. Nicht etwa, weil sie, wie die berühmte „Prinzessin auf der Erbse“, ihr zartes Hinterteil vor Unregelmäßigkeiten in der Unterlage schützen wollte. Sondern allein deswegen, weil sie auf diese Weise erheblich höher lag und damit selbst in dieser wenig majestätischen Position dem Dienstpersonal immer noch über-legen war.

Das heute noch gut erhaltene Möbelstück stand jedoch nicht in einem ihrer Londoner Paläste. Vielmehr fand es seinen Platz in dem südenglischen Küstenort Brighton, nur ein paar Kutschenstunden von der englischen Metropole entfernt. Hier hatte Georg IV., einer ihrer Vorgänger im Amt, einen „Royal Pavilion“ errichten lassen.

Ästhetische Perfektion und orientalische Verspieltheit

In der verspielten Außenfassade spiegelt sich der Glanz eines indischen Maharaja-Palastes wider, ästhetisch perfekt und in einer orientalischen Verspieltheit, die niemand in dieser Form auf den Britischen Inseln vermuten würde. In seinem Inneren hingegen überzeugt das Prachtgebäude mit chinesischen Preziosen, die zur damaligen Zeit hoch im Kurs standen.

Den schwelgerischen Höhepunkt bietet zweifellos der Bankettsaal als die standesgemäße Kulisse für die königlichen Dinners jener Zeit. Teil der phantasievollen und gewagten Ausstattung ist der prächtige Kronleuchter, neun Meter lang und eine Tonne schwer, der aus den Klauen eines versilberten Drachens in der Mitte des Saals von der Decke herabhängt. Den festlich hergerichteten Tisch ziert vergoldetes Silbergerät jener Epoche, die bedeutendste öffentlich ausgestellte Kollektion ihrer Art.

Heute noch färbt der „Royal Pavilion“ ab auf die unmittelbare Umgebung. Denn die Stadt schwelgt in  bunten Gärten und gepflegten Parkanlagen, in stolzen Hausfassaden und malerischen Plätzen. Gemütlich zu schlendern in den „Lanes“ der Innenstadt ist besonders am Wochenende ein ausgesprochenes Vergnügen. Fast mediterran erscheint bei schönem Wetter das „Eating Out“, das vor zahllosen Restaurants zelebriert wird.

Pures Leben in alle Facetten

Dazu gibt es mit Brighton Beach ein zweites Zentrum, an dem sich Einheimische wie Gäste ein Stelldichein geben. Im Mittelpunkt der Strand- und Amüsiermeile steht, wie bereits seit vielen Jahrzehnten, der „Brighton Pier“, auf dem sich zu allen Tageszeiten das pure Leben entfaltet. Esslokale, Spielhallen und  Kirmesbuden ziehen die Besucher hinauf auf den langen Brettersteg.  

Ganz im Unterschied zu einem zweiten Pier am Strandabschnitt des Stadtteils Hove, der nach einem Brand als Stahlgerippe schon seit längerer Zeit auf seine Wiedererrichtung wartet. „Paddle around the Pier“, lautet seit mehreren Jahren die Devise eines Volksfestes am entsprechenden Strandabschnitt, bei dem Hunderte von Booten an dem größten Paddelwettbewerb der Welt teilnehmen. Unzählige Stände und Unterhaltungsprogramme sorgen hier für Zerstreuung. Ein besonderer Blickfang sind dabei die Skate Boarder und Fahrradakrobaten, die sich von einer riesigen U-Tube aus hoch in den blauen Himmel hinauf schwingen.

Wen wundert’s, dass die Londoner längst ihren kleinen Ableger vor der eigenen Haustür für sich entdeckt haben und das Monumentale gegen das Überschaubare eintauschen. Die Festland-Europäer werden es ihnen sicherlich schnell darin gleichtun.

www.visitbrighton.com  

Mitternachtssonne und Sonnenscheinpferd

Sommerbegegnungen in Südisland

Von Dr. Bernd Kregel

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Ach, wäre sie doch wahr, die alte Geschichte von dem unermesslichen Goldschatz in der feuchten Höhle hinter dem Skogafoss-Wasserfall! Zweifellos würde man damit einen großen Teil der Löcher stopfen können, die die Finanzkrise in der isländischen Staatskasse aufgerissen hat. Oder wird er gar bewusst dem menschlichen Zugriff vorenthalten? Von all den Elfen und Trollen, jenen unberechenbaren Wesen im Verborgenen, mit denen man überall auf dieser zerfurchten Insel aus Feuer und Eis rechnen muss? Tiefe Abgründe tun sich hier auf bis hinein in die glühende Unterwelt. Und dann wiederum schießen kochende Wasserfontänen mit dampfendem Strahl hinauf in das Blau des Himmels. Und nicht zuletzt gehören auch Vulkanausbrüche zum Drohpotenzial aus der Tiefe.

Olafur Eggertson hat noch alles klar vor Augen und lässt sich nicht täuschen von dem heute wieder friedlich schlummernden Eyafjallajökull hinter seinem Bauernhof. Während er und seine Familie damals unter der dunklen Rauchwolke die Tiere auf den angrenzenden Weiden zusammen trieben, versäumte er es jedoch nicht, die Schreckensbilder mit seiner Kamera festzuhalten. Sie bilden den Mittelpunkt eines Dokumentationszentrums, das interessierten Besuchern offen steht. Nach all den dramatischen Ereignissen stellt Olafur  heute jedoch mit Erstaunen fest, dass „die Natur alles wieder gut hinterlassen hat“.

Einer ganz anderen Aufgabe hat sich Asgeir Arnorstefansson verschrieben. Er ist Gletscherführer auf dem Solheimajökull, der sich als lange Gletscherzunge  vom Myrdalsgletscher herab windet. Am eisigen Ort des Geschehens erweist sich Asgeir schnell als ein Spezialist für das Thema „Erderwärmung“. Natürlich weiß er um die Phasen und Schwankungen in der Erdtemperatur, die stets einen Einfluss hatte auf die Festigkeit des Eises. Nun aber, wenn man genau hinhört, vernimmt man das Rauschen des milchigen Schmelzwassers, das sich in der Tiefe seinen Weg unter dem Eisschild hindurch bahnt.

Auf ganz andere Art heimatverbunden erweist sich Steinunn Sigurdardottir, die vielleicht bekannteste Repräsentantin isländischer Gegenwartsliteratur. Es ist ein Vergnügen, im fahlen Licht der Mitternachtssonne mit ihr am Strand bei Selfoss entlang zu schlendern und mit ihr über ihre neuesten Büchern zu plaudern. Zum Beispiel über das „Sonnenscheinpferd“, das auf dem Titel eines ihrer Romane auftaucht. In Island, so erklärt sie, versteht man darunter ein Pferd, das nur bei gutem Wetter auf die Weide getrieben wird, um es nicht unnötig den Unbilden der Natur auszuliefern. Eine der Hauptpersonen in ihrem Buch ist eine Frau, die als Mädchen von seiner Mutter stets gesagt bekommt, es sei kein solches Sonnenscheinpferd. Eine Formulierung, mit der die stets durchlittene emotionale Vernachlässigung kaschiert werden sollte.

Alle Wege jedoch führen zurück in die Hauptstadt Reykjavik. Hier wird neuerdings die Hafenkulisse geprägt von einer nagelneuen Konzerthalle, die im August 2011 offiziell eröffnet werden soll. Zur künstlerischen Direktorin des Hauses wurde die Pianistin Steinunn Ragnarsdottir berufen, die auch die Führung durch das Gebäude übernimmt. Das Herzstück, der große Konzertsaal, sowie das Haus insgesamt sind für sie das „Monument unserer eigenen Auferstehung“. Ein für isländische Verhältnisse geradezu „einmaliger Ort kultureller Validität“. So befindet sich Island trotz Finanzkrise und launischer Natur zweifellos im kulturellen Aufwind. Und heute schon tut man gut daran, sich innerlich darauf einzustellen.  

www.visiticeland.com; www.visitreykjavik; www.south.is  

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Reiseinformationen „Südisland“

Anreise

Regelmäßig und preisgünstig mit airberlin von München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Berlin nach Reyjavik/Keflavik; www.airberlin.com  

Einreise

Mit gültigem Reisepass, ohne Visum

Reisezeit

Wegen der langen Tage (Mitternachtssonne!) empfiehlt sich vor allem der Sommer. In den Winternächten  dagegen sind das Nordlicht und die heißen Quellen eine besondere Attraktion.

Unterkunft

Reykjavik: Grand Hotel Reykjavik, www.grand.is; Hotel Loftleidir, www.icehotels.is; Hotel Fron, www.hotelfron.is; Hotel Plaza, www.centerhotels.com;   Küste: Hotel Selfoss, Hotelselfoss@hotelselfoss.is;

Essen und Trinken

Reykjavik: Fish Company, www.fiskfelagid.is; Lava Restaurant Blue Lagoon, www.bluelagoon.com; Seafood Grill, www.sjavargrillid.is; Küste: Fjörubordid, www.fjorubordid.is

Auskunft

www.visitreykjavik.com; www.south.is www.whatson.is; www.grayline.is;

Reiseführer

Barbara C. Titz und Jörg-Thomas Titz, Island und Faröer-Inseln, 6. Aufl., 2010, Reise Know-How Verlag, Bielefeld, EUR 23,90, www.reise-know-how.de

Alexander Schwarz, Sabine Burger, City Trip Reykjavik, 1. Aufl. 2009, Reise Know-How Verlag, Bielefeld, EUR 8,90;

Faszination der Wildnis

Mit dem „Rocky Mountaineer“ durch den kanadischen Westen

Von Dr. Bernd Kregel

 

 

 

 

Bilderschau

Ahnungsvolle Stille wölbt sich an diesem Junimorgen wie eine unsichtbare Decke über den Bahnhof von Vancouver. Unter ihr verdichten sich die Eindrücke von der lebensfrohen Stadt an der kanadischen Pazifikküste zu einem bunten Film, der mit immer neuen Sequenzen in der Erinnerung vorüberflimmert.  

In die kostbaren Augenblicke der Erinnerung mischt sich jedoch zunehmend die Anspannung des Aufbruchs. Denn schon warten die beiden Diesellokomotiven des „Rocky Mountaineer“ mit laufenden Motoren darauf, sich sogleich mächtig ins Zeug zu legen. Und niemand vermag sich jetzt bereits vorzustellen, was ihn unterwegs wirklich erwartet.

Und doch gibt es eine erste Orientierung. Es ist der geräumige Großraumwaggon, der zwei Tage lang als Ausgangspunkt für Landschafts- und Naturbeobachtung dienen soll. Die obere Ebene ist eine Licht durchflutete Konstruktion nach innen gewölbter Glasscheiben, die sich oben zu einer kuppelartigen Rundung vereinen und den Blick nach allen Seiten freigeben.

Der fällt nun auf den mächtig angeschwollenen Fraser River, der sich hier in British Columbia aus der parallel zur Küste verlaufenden Mountain Range heraus seinen Weg in den Pazifischen Ozean bahnt.

Hierher hatte einst die Gier nach dem Gold Abenteurer aus allen Richtungen gelockt. Denn ebenso wie weiter südlich am kalifornischen Sacramento River war auch hier das verführerisch glänzende Edelmetall gefunden worden, das schnellen Reichtum und Wohlstand versprach. Zahlreiche Ortschaften beiderseits der Bahntrasse zeugen noch heute von der plötzlichen Blüte und dem jähen Ende jener aufregenden Goldgräberära.

Doch dann richten sich alle Blicke nach vorn auf eine Felsspalte, durch die sich der Fraser River tosend und brodelnd hindurchzwängt. Eine kanadische Variante der Loreley? Die mit diesem „Höllentor“ verbundene dramatische Geschichte reicht zurück in die Zeit des Eisenbahnbaus, als man durch massive Sprengungen versuchte, Raum zu schaffen für das Gleisbett. Dabei brach unerwartet eine der Felswände komplett ab und blockierte für längere Zeit das gesamte Flussbett. Nicht nur für die herab strömenden reißenden Wassermassen, sondern auch für die millionenfach herauf drängenden Lachse, die nun vergeblich versuchten, ihre gewohnten Laichgründe zu erreichen.

Immer steiler wird am zweiten Reisetag die Strecke, als sich der Zug schnaubend an der Flanke des schneebedeckten Mount Robson hinaufquält. Und je höher sich nun das Gebirge vor dem Zug auftürmt, umso reißender wird auch der ihm entgegen strömende Fluss. Seinen in ungestümer Gischt aufwirbelnden Wassermassen verdankt er seinen einprägsamen Namen „Kicking Horse“.

Nach dem Hochgebirge der Rocky Mountains kündigt sich am Nachmittag die letzte Attraktion der Reise an: der Nationalpark von Banff - Lake Louise in Alberta, angeblich der schönste seiner Art in ganz Kanada und noch der älteste dazu. Kein Zweifel: In einmaliger Schönheit erstrahlt der Lake Louise, in dessen türkis schimmernder Wasseroberfläche sich das Weiß der umgebenden schneebedeckten Berggipfel widerspiegelt. Als besonders faszinierend erweist sich auch der Blick auf die Seekulisse durch die Rundbogenfenster des unmittelbar angrenzenden „Chateau Lake Louise“, das zum nachmittäglichen „High Tea“ bei zarter Harfenmusik einlädt.

Und doch ist es nicht das Ziel allein, das zählt. Denn wo der „Rocky Mountaineer“ dem Ruf der Wildnis folgt, ist bereits der Weg das Ziel. Ein faszinierendes Reiseabenteuer in gediegenem Ambiente, das in dieser Form weltweit seinesgleichen sucht.

www.rockymountaineer.com

www.fairmont.com

www.britishcolumbia.travel

www.travelalberta.com

Ludwigs virtuelle Welten

Der „Märchenkönig“ auf der Suche nach der perfekten Illusion

Von Dr. Bernd Kregel

Neuschwanstein als Märchenschloss des „Märchenkönigs" (Foto oben rechts). Barockfassade von Schloss Linderhof (Foto unten) und    Venusgrotte als Wagnersches „Gesamtkunstwerk“.

„Tod durch Ertrinken“? Das ärztliche Gutachten zeigt sich zugeknöpft. Konnte oder wollte man nichts sagen zu den wahren Ursachen, die vor genau 125 Jahren am 13. Juni 1886 zum Tode des „Märchenkönigs“ Ludwig im Starnberger See geführt hatten? Unfall? Selbstmord? Mord? Kein Zeuge meldete sich, der über die wahren Umstände des Todeskampfes hätte Aufschluss geben können. So schossen wilde Gerüchte ins Kraut, die versuchten, den Geschehnissen der vorangegangenen Tage gerecht zu werden.

Denn gerade hatte man den König wegen angeblicher Unzurechnungsfähigkeit entmündigt. Diese jedoch war von Ärzten bescheinigt worden, die ihn weder gesehen geschweige denn behandelt hatten. Zudem war er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus Schloss Neuschwanstein entführt und in Schloss Berg am Starnberger See unter Arrest gestellt worden. Eben dort, wo kurz danach die tragische Entwicklung ihren Lauf nehmen sollte. Offenbar gab es Kräfte im politischen Bayern, die ein Interesse daran hatten, ihn aus dem Amt zu entfernen. Aus machtpolitischen Gründen?

Für Ludwig als „Märchenkönig“, ständig auf der Suche nach der perfekten Illusion, bedeutete die Entmachtung eine Schmach, die ihn zutiefst verstören musste. Stand er doch bei seinem virtuosen Umgang mit virtuellen Welten unter dem starken Einfluss von Ludwig XIV. von Frankreich. Dessen absolutistisches Herrschertum als Sonnenkönig, sein an weltlicher Prachtentfaltung kaum zu übertreffender Herrschaftssitz Versailles – davon wollte Ludwig nicht nur träumen, sondern dies ebenfalls in die Wirklichkeit umsetzen.

So zum Beispiel mit dem Schloss Herrenchiemsee. Als Paraphrase von Versailles und als Denkmal des Absolutismus wurde es viel prächtiger ausgestaltet, als Versailles es je war. Der Spiegelsaal geriet größer und aufwändiger als das französische Vorbild. Und selbst das Paradeschlafzimmer von Ludwig XIV. wurde in der Version Ludwigs II. zum teuersten Raum des 19. Jahrhunderts übersteigert, ohne je als Schlafgemach genutzt zu werden.

Die zweite Person, der er sich emotional hingab, war Richard Wagner. Von dessen vertonter Welt mittelalterlicher Legenden und nordischer Göttersagen fühlte er sich zutiefst angezogen. Einen Höhepunkt der Auseinandersetzung mit Wagners Welt bildet die Venusgrotte von Schloss Linderhof. Als eine in den Berg hinein getriebene künstliche Höhle entspricht sie perfekt den Bühnenanweisungen Richard Wagners zu seiner Oper „Tannhäuser“. Ein „Gesamtkunstwerk“, dem sowohl Wagner als auch Ludwig sich verpflichtet wussten.

Ludwig demnach ein Menschenfreund, der der Menschheit etwas Bleibendes hinterlassen wollte? Eher nicht, sah er sich doch als absolutistischen Herrscher, dem der Kunstgenuss allein zustehe. Aber das Erstaunliche: mit wachsendem Abstand zu seinem Todesdatum nimmt auch die Popularität des „Kini“, wie er respektvoll genannt wird, zu. Von der Volksseele wird er geradezu erhoben in den Status des Mythos.

Oder er wird erklärt zu einer „Ikone der Neuzeit“, auf Augenhöhe mit James Dean und Marilyn Monroe, mit John F. Kennedy und Lady Di. Ludwig lebt! Auferstanden als „Märchenprinz“, der er schon immer war und auf dem Vormarsch zum „König der Herzen“.  So wird der „Mythos Ludwig“ auch weiterhin sprießen und die wachsende Fan-Gemeinde des „Märchenkönigs“ geschlossen hinter sich versammeln. 

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Aufleben am Toten Meer

Jordaniens Höhepunkte unter dem Meeresspiegel

Von Dr. Bernd Kregel

Copyright by Dr. Bernd Kregel

Messer und Gabel gehören seit Knigge zur Standardausrüstung gepflegten Speisens. Umso überraschender ist es, wenn es anderswo auch ohne geht. Zum Beispiel in Jordanien, der anderen Hälfte des Heiligen Landes. Dort ist es eines der größten kulinarischen Vergnügen, zu besonderen Anlässen nach Art der Beduinen mit der rechten Hand in die Schüssel zu greifen, um sodann aus duftendem Reis und gut gewürztem Hammelfleisch geschickt eine Speisekugel zu formen, die wenig später unter wohligen Lauten im weit geöffneten Mund verschwindet.

Jordanien? Lange Zeit beschränkte sich das Besucherinteresse in der Region auf das westliche Jordanufer. Inzwischen jedoch haben auch die andere Seite des Jordans und des auf den ersten Blick unwirtlich wirkenden Toten Meeres an Anziehungskraft gewonnen. Ein Landstrich mit Natur und Abenteuer, mit Kultur und Kulinarik, dem die gegenwärtig halbwegs stabile Situation im Nahen Osten zugute kommt.

Beeindruckend präsentiert sich auch das römische Erbe des Landes. Denn nirgendwo sonst außerhalb von Italien gibt es auf der Welt eine größere und vollständigere Anlage als die antike Stadt Jerash. Lange Säulenreihen verbinden ihre einstigen Prachtbauten miteinander. Und schon damals wiesen sie dem auf  Repräsentation bedachten Kaiser Hadrian den Weg, als er einst anlässlich eines Besuches die Stadt durch sein prunkvolles „Hadrianstor“ betreten hatte.

Petra – Stadt der Nabatäer

Und doch gibt es noch eine Steigerung. Denn das am meisten beeindruckende Erbe hinterließ das Volk der Nabatäer mit seiner geheimnisvollen Felsenstadt Petra. Eine unglaubliche Wirkung erzielen die Fassaden der fünf nebeneinander in eine steile Felswand gemeißelten „Königsgräber“. Inzwischen leicht verwittert, haucht jedoch die untergehende Sonne ihrem morbiden Charme mit rötlichem Farbenspiel allabendlich neues Leben ein.

Und doch sind sie nicht das Hauptaugenmerk in Petra. Denn jeder sucht hier nach jener ganz speziellen Kulisse, die einst durch Filmheld „Indiana Jones“ bei seiner Suche nach dem Heiligen Gral weltweit ins Blickfeld geriet. Es ist das „Schatzhaus des Pharao“, das sich am Ausgang einer beängstigend hohen Felsenschlucht mit seinen Säulen und Verzierungen dem erwartungsvoll Suchenden als unglaubliche künstlerische Überhöhung der eher kargen Felslandschaft unmittelbar in den Weg stellt.

Wellness unter dem Meeresspiegel

Drunten hingegen, 450 Meter unter dem Meeresspiegel und damit am tiefstgelegenen frei zugänglichen Ort der Welt, lädt das Tote Meer ein zu einem ungewöhnlichen Wellness-Abenteuer. Mit seinem unglaublich hohen Salzgehalt macht es Schwimmen in normaler Lage fast unmöglich. Vielmehr verleiht die Salzlauge dem Körper einen solchen Auftrieb, dass bei bequemer Badewannen-Rückenlage sogar gemütliche Zeitungslektüre möglich ist.  

Was nun noch fehlt, ist das Bad in der Menge der freundlichen und ausgesprochen liebenswerten  Menschen. Der Markt von Amman kommt dabei einem Eintauchen in den farbigen und von aromatischen Düften geprägten Orient gleich, der sich hier in all seinen Nuancen entfaltet. Längst hat Jordanien den Status des Geheimtipps hinter sich gelassen. „Aufleben am Toten Meer“, lautet nun die Devise all derer, für die ein Abstecher in diese nahöstliche Region ein völlig normales Reiseabenteuer darstellt.

www.visitjordan.com

Info

Anreise

Mit der „Royal Jordanian“ täglich ab Frankfurt, zweimal wöchentlich ab München; mit der Lufthansa mehrfach wöchentlich ab Frankfurt

Einreise

Visum direkt vor Ort für ca. 10 Euro; Pass noch mindestens 6 Monate gültig

Veranstalter

Gebeco, www.gebeco.de ; Ikarus Tours, www.ikarus.com ; Windrose, www.windrose.de ; Studiosus, www.studiosus.com

Reisezeit

Ganzjahresziel; besonders angenehm im Frühling, März – Mai und im Herbst, Sept. – Nov.

Unterkunft

Von 5-Sterne Hotels bis Desert Camp, von Guest House bis Camping; www.leroyal.com, www.sixsenses.com, www.kempinski.com, www.moevenpick-hotels.com

Essen und Trinken

www.fakhreldin.com, www.zumot-wines.com, www.zalatimosweets.com, www.bluefig.com, www.mazayen-nebo.com, www.suncityrest.com

Auskunft

Fremdenverkehrsamt Jordanien: www.visitjordan.com, Tel. 069-71913662

Aufsteigen zum Olymp des guten Geschmacks

Bangkok auf dem Weg zur kulinarischen Spitze

Von Dr. Bernd Kregel

Fotos: Dr. Kregel

Krachend detonieren Feuerwerkskörper, und hoch aufsteigende Leuchtraketen erhellen mit ihrem grellen Licht den sternenklaren Nachthimmel über Bangkok. Am chinesischen Neujahrsfest ist in der „Stadt der Engel“ der Teufel los. Besonders im Stadtviertel Chinatown finden Ausgelassenheit und fröhliches Treiben kein Ende. Garküchen und Verkaufsstände mit Leckereien säumen die Straßen. Denn alles was Beine hat ist unterwegs und begrüßt das Jahr des Hasen. Prosit Neujahr – es lebe Bangkok!

In der Tat erweist sich die Stadt am Chao Phya als ein belebender Angriff auf die Sinne, als ein Schwindel erregender Wirbel von Sehenswürdigkeiten, Geräuschen und Gerüchen: auf den Straßen und in den Tempeln, auf den Märkten und in den Museen. Ja, Bangkok macht Appetit, besonders auf die allenthalben begegnende fernöstliche Kultur. Aber auch auf  die Flusslandschaft der Stadt mit ihren legendären „Klongs“,  die sich wie ein Spinnennetz um den behäbig dahin strömenden Chao Phya herum legen und den Ruf der Stadt als „Venedig des Ostens“ begründen. Das Gewirr der Kanäle erschließt sich am besten vom Wat Arun aus, dem „Tempel der Morgenröte“, einem der schönsten Aussichtspunkte, die Alt-Bangkok zu bieten hat.

Fehlte nur noch ein Tempel der Abendröte. Auf den jedoch musste die Stadt noch ein paar Jahrhunderte warten. Nun erhebt er sich als „State Tower“ mit 65 Stockwerken über der Altstadt von Bangkok und reflektiert mit seiner hellen durchbrochenen Steinverkleidung das Licht der untergehenden Sonne. Dazu wird er gekrönt von einer goldenen Kuppel, die ihm geradezu den Charakter eines Heiligtums verleiht. Der Name „The Dome“ für diesen oberen Teil des Gebäudes ist daher nicht aus der Luft gegriffen.

Was hier mit Hingabe verehrt wird hat jedoch keinen religiösen Bezug. Vielmehr ist es der gute Geschmack, dessen Fangemeinde sich an der „Sky Bar“ unter freiem Himmel wie in einem Adlerhorst einfindet, um vor dem Dinner in einem der hier untergebrachten Spitzenrestaurants noch einen der berühmten Aperitifs zu genießen und im Licht der untergehenden Sonne die immer klarer herauf flackernde Lichterflut der Großstadt zu bewundern.

Wenn es hier oben einen alles überragenden kulinarischen Höhepunkt gibt, dann ist es das „Mezzaluna“, das zu eben diesem Neujahrsfest wiedereröffnet. Entsprechend seinem neuen Konzept bietet das Restaurant nun mediterran-asiatische Fusionsküche für anspruchsvolle Gaumen. Und aus der Küche herbei gezaubert wird dies alles – wer hätte das erwartet? – von zwei deutschen Köchen aus Berlin, den Zwillingsbrüdern Matthias und Thomas Sühring. Ihre exquisite Speisekarte verdeutlicht umgehend, welche Leckerbissen sie für geeignet halten, die Gaumen ihrer anspruchsvollen Gäste zu kitzeln.

Zum Beispiel mit Lamm aus dem Tal der Rhone mit Petersilienwurzeln, Kapuzinerkresse und Quinoa. Oder Lobster aus Nova Scotia mit Roter Bete, Cranberries, eingelegten Zwiebeln und Treviso Radicchio. Jedes Gericht serviert auf künstlerisch gestalteten unterschiedlichen Tellern bei musikalischer Begleitung durch ein Streichquartett, wodurch das Speisen im „Mezzaluna“ sich dem Status eines Gesamtkunstwerks annähert.

Doch wo, bitteschön, bleibt im Angebot die thailändische Küche? Dass die nicht zu kurz kommt, zeigt die Kochschule im „Café Mozu“ etliche Stockwerke tiefer. Hier werden Schüler durch Kochkurse beispielsweise in die Geheimnisse der Meeresfrüchte-Suppe Tom Yang Goong eingeführt, die aus der Thai-Küche nicht wegzudenken ist. Ein Gericht, das als kulinarisches Markenzeichen sicherlich den guten Ruf der thailändischen Küche mit begründet.   

Eine Einschätzung, die auch Frank Ziegler aus Straßburg, Executive Chef aller „lebua“-Restaurants im „State Tower“ sofort unterschreiben würde. So befindet sich Bangkok an dieser Stelle in der Tat auf dem Weg zur kulinarischen Spitze. Und zweifellos würden in dieser luftigen Höhe selbst die Götter speisen -  hier auf dem thailändischen Olymp des guten Geschmacks.  

www.lebua.com

Kreuzfahrt unter weißen Segeln

Seefahrtromantik an Bord eines Großseglers

Von Dr. Bernd Kregel

Niemand, dem nicht ein wohliger Schauer über den Rücken liefe, wenn an Bord des Großseglers die Segel hochgehen und das Schiff unter den Klängen von „Conquest of Paradise“ aufs abendliche Meer hinaus gleitet. Es ist ein Erlebnis, das jedem unter die Haut geht und stets neu imstande ist, ein intensives Glücksgefühl herbeizuzaubern, das für die Zeit der gesamten Kreuzfahrt anhält. 

Ein Fotografen- und Autorenteam hat dieses Glückserlebnis in einem großformatigen Bildband festgehalten: Holger Leue als einer der angesehensten Reisefotografen, Cord Christian Troebst als Journalist und Buchautor sowie Susanne Driessle als freie Journalistin. Ihnen ist ein Gesamtkunstwerk gelungen, das nicht nur die Kreuzfahrt unter weißen Segeln beschreibt, sondern sie – besonders mit dem einfühlsamen und zugleich ausdrucksstarken Bildmaterial – romantisch überhöht.

Im Mittelpunkt stehen die drei Schiffe der „Star Clippers“-Reederei, die schon seit einigen Jahren den eindrucksvollsten Großseglern auf den Weltmeeren zugerechnet werden. Es sind dies die beiden baugleichen Viermast-Barkentinen „Star Flyer“ und „Star Clipper“, und vor allem das fünfmastige Vollschiff „Royal Clipper“, ein Nachbau der einstigen „Preußen“, die vor hundert Jahren nach einer Havarie im Ärmelkanal unterging. Heute ist die „Royal Clipper“ mit mehr als 5000 Quadratmetern Segelfläche unangefochten das größte Segelschiff der Welt.

Die Existenz der drei Großsegler, so erfährt man in dem Buch, entsprang Ende des letzten Jahrhunderts der Phantasie  eines schwedischen Unternehmers, der seine Seefahrtsträume mit ihnen in die Wirklichkeit umsetzte. Und so ist es auch für die Passagiere nicht so sehr die Route, auf die es während der Kreuzfahrt ankommt, sondern vielmehr sind es die Schiffe selber, die mit ihrem historischen maritimen Ambiente Gefühle freisetzen und die Zeit an Bord zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Die erste Hälfte des Buches folgt den Schwesternschiffen „Star Flyer“ und „Star Clipper“ in deren Kielwasser zunächst auf einer „blauen Reise“ durch die Antike zu den schönsten Orten der Ägäis, zum Beispiel nach Ephesus, Rhodos und Santorin. Wunderschön leuchten auf dem doppelseitigen Foto die weißen Würfelhäuser der Inselhauptstadt Fira herunter, die sich hoch droben an den Kraterrand anschmiegen.

Andere Beispiele sind die asiatischen Gewässer, an deren Stränden sich fernöstlicher Charme erschließt. Oder die Inselwelt von Französisch Polynesien, Traumziele bei denen bereits die frühen Entdecker Schwierigkeiten hatten, ihre Mannschaft wieder komplett an Bord zu bekommen.

Der zweite Teil des Bandes ist der prachtvollen „Royal Clipper“ vorbehalten. Überall ist sie der Star, wenn sie unter vollen Segeln die Karibik oder das Mittelmeer durchpflügt. Kaum vorstellbar, dass eine  „Grande Dame“ wie diese einst als Lastschiff den südamerikanischen Salpeter in Höchstgeschwindigkeit ums Kap Hoorn herum nach Europa transportieren musste. Und damit fernab war von jener Romantik und Emotionalität, die heute das Schiff von allen Seiten umgibt.

Zwischen den einzelnen Schiffsreisezielen bietet das Buch wertvolle Kapitel über historische Hintergründe, gewährt einen Blick hinter die Kulissen und stellt legendäre Kapitäne vor, die ja stets zum Windjammer-Abenteuer dazu gehören. Insgesamt ein Buch, das Seite für Seite zum Genießen einlädt und dazu verleitet, selbst einmal der Segelromantik an Bord eines Großseglers nachzuspüren.

Holger Leue, Cord Christian Troebst, Susanne Drießle: „Unter Segeln um die Welt, Royal Clipper, Star Clipper, Star Flyer“, 200 Seiten, ca. 350 Abbildungen, ISBN 978-3-7658-1682-6, EURO 49,90, Bucher, www.bucher-verlag.de   

Gibt es etwas Individuelleres als Urlaubsträume? Seit Auto, Bahn oder Flugzeug uns überall hintransportieren können, haben sich auch die Reiseangebote vervielfacht. Damit die Träume jedoch in Erfüllung gehen, müssen die Angebote auch passen. Gerade wenn man seine Urlaubsreise nicht in einem Reisebüro bucht, sondern individuell am heimischen Computer zusammenstellt, lassen sich Restrisiken nicht vermeiden.Schon schnell ergeben sich erste Zweifel, ob alle persönlichen Eckdaten stimmen: Ist die ruhige Lage des Hotels richtig gewählt, oder wäre die engere Anbindung an ein kulturelles Zentrum nicht günstiger gewesen? Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis, oder fühlt man sich am Ende doch über den Tisch gezogen? Besteht genügend individueller Gestaltungsspielraum oder muss man sich einer ungewünschten Gruppendisziplin unterwerfen?

 

Gute Beratung wird bei Natascha Niederl groß geschrieben.

 

 

Doch wie findet man das Angebot, das genau zu einem passt? Diese Frage muss seit wenigen Jahren nicht mehr mit einem hilflosen Achselzucken beantwortet werden. Denn inzwischen gibt es mobile Reiseberater, die jedem nach seinen Wünschen und Möglichkeiten zum Nulltarif aus der Verlegenheit helfen. Wie aber soll das funktionieren?

Die Spurensuche führt, wie so oft, übers Internet. Hier stößt man auf die Seite der "Take Off-Reisen", die den Suchenden weiter leitet an die entsprechenden Gesprächsangebote in seiner jeweiligen Region. Dreihundert Berater sollen es insgesamt sein, Leute vom Fach, die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in einem Reisebüro arbeiten können oder wollen und sich als Kleinunternehmer zuhause selbstständig gemacht haben.

Ein Kontakt ist schnell hergestellt, zunächst per E-Mail, dann telefonisch. Es meldet sich Natascha Niederl aus Wachtberg bei Bonn, die bereitwillig erklärt, wie die Sache funktioniert. Nach ihrem dreijährigen Erziehungsurlaub, so gesteht sie, sei es ihr schwergefallen, weiterhin einer regelmäßigen Büroarbeit außer Haus nachzugehen. Daher entschloss sie sich – auf ein entsprechendes Angebot hin - von ihrer eigenen Wohnung aus als Reiseberaterin tätig zu werden. Offenbar mit gutem Erfolg.

Inzwischen hat sich in ihrem ständig wachsenden Kundenkreis herumgesprochen, welche Vorteile mit dieser persönlichen Beratung verbunden sind. Denn die Beratungs- und Buchungsgespräche sind an keine festen Bürozeiten gebunden, sondern werden frei vereinbart. Dabei stehen ihr an ihrem Arbeitsplatz alle erforderlichen Computerprogramme zur Verfügung, sodass sie auch auf ausgefallene Reiseziele und –veranstalter Zugriff hat.

Das im Verlauf des Gesprächs wichtigste Stichwort ist der Begriff der „Bedarfsermittlung“. Dahinter verbirgt sich ihre ständige Frage, was wirklich zu dem Kunden passt: Was kennt er schon, was gefällt ihm besonders und was will die Familie? Aus all den Antworten schnürt sie dann ein Paket, das wie ein großer Wurf unmittelbar auf den Kunden zugeschnitten ist.

Mit der Frage nach einer Reise in die Antarktis folgt die Probe aufs Exempel: Sie soll stattfinden zum Jahreswechsel, soll möglichst wenig kosten und doch angenehm und sicher verlaufen. Und dazu soll sie – naturschonend – möglichst auch ökologischen Anforderungen genügen. Kein Problem für Natascha, die die vorhandenen Angebote solange abwägt, bis alle Gesichtspunkte zusammen passen.

Sicherlich eine Erleichterung für den potenziellen Kunden. Denn der muss bei Zielen dieser Art nicht mehr hinuntersteigen in die Niederungen des Buchungsalltags in einem Reisebüro oder am heimischen PC. Vielmehr hat er – gegenseitiges Vertrauen vorausgesetzt – die Gewähr, dass all die von ihm angeführten Kriterien auch tatsächlich berücksichtigt und in das Gesamtpaket integriert wurden.

Auch als Beraterin, so gesteht Natascha, profitiert sie von diesem Modell. Denn die entzerrte Bürozeit im Vergleich zu früheren Jahren ist für sie von großem Vorteil. Und schließlich kann sie sich bei ständiger häuslicher Anwesenheit auch voll um ihre Kinder kümmern. Und zudem stehe sie mit wachsendem Kundenkreis auch finanziell besser da als früher.

Auf Nachfrage wird sie konkreter: Nein, eine zusätzliche Gebühr ihrer Kundschaft sei es nicht, von der sie lebe. Vielmehr sei es ein Teil der im Reisepreis enthaltenen Gebühr, die jeder Kunde ohnehin in einem Reisebüro bei seiner Buchung zu entrichten habe. Ein prozentual festgelegter Satz, der selbst dann anfalle, wenn die Buchung direkt beim Veranstalter erfolge.

Insgesamt also ein Modell, dessen Vorteile sich beim Kunden längst herumgesprochen haben. Zum Vorteil auch für die Reisebranche, die mit persönlichen Reiseberatern nun ein neues Tor zum Reisemarkt aufgestoßen hat.

www.takeoff-reisen.de

natascha.niederl@takeoff-reisen.de

 

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