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Schlesische
Schlösser auf Hochglanz poliert
Preußische
Traditionspflege im Hirschberger Tal
Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel
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Mit dem Ausbau alter preußischer
Schlösser zu Schlosshotels erhält Polen eine neue Attraktion.
„Die spinnen, die Preußen“, mag einst der
stets auf Ausgleich bedachte Rübezahl für einen kurzen
Augenblick gedacht haben. Doch auch der zweite Blick vom Gipfel
seines Riesengebirges herab ließ keinen Zweifel aufkommen: Es
waren in der Tat preußische Truppen, die dort unten völlig
überraschend in Schlesien einmarschierten und damit
habsburgisches Territorium an sich rissen. Ein unüberhörbarer
Paukenschlag, mit dem König Friedrich II. unmittelbar nach
seinem Amtsantritt im Jahr 1740 seiner Wiener Widersacherin
Maria Theresia zweifelsohne das Blut in die Adern trieb.
Schnell erfreute sich Schlesien am
preußischen Hof einer hohen Wertschätzung. Vor allem
Friedrich-Wilhelm III. sah im Hirschberger Tal sein persönliches
Traumziel. Nur eine gute Tagesreise von Berlin entfernt, bezog
er in Erdmannsdorf (Myslakowice) am Fuße der Schneekoppe ein von
Karl-Friedrich Schinkel umgebautes königliches Schloss als
Sommerfrische, und Andere vom Berliner Hofe folgten dem Beispiel
des preußischen Monarchen.
Funke der Begeisterung
Inzwischen, so lehrt der Verlauf der
Geschichte, gehören Preußens Glanz und Gloria längst der
Vergangenheit an, und lange Zeit waren die einstigen
Prachtschlösser und Herrenhäuser dem Verfall preisgegeben. Doch
dann genügte vor wenigen Jahren ein Funke der Begeisterung, der
das Engagement für die dreißig einstigen Prachtobjekte im
Umkreis von Hirschberg (Jelenia Gora) entzündete.
Zum Beispiel am Wasserschloss in Karpniki
(Fischbach). Einst in Besitz des Prinzen Wilhelm von Preußen,
einem Bruder von König Friedrich-Wilhelm III., blieb der stolze
Renaissancebau lange Zeit unbeachtet und verfiel. Und war dabei
doch, wie der jetzige polnische Schlossbesitzer Jacek Marsior
beteuert, „eines der schönsten Gebäude im Hirschberger Tal“! Als
wahrer Enthusiast sei er sehr daran interessiert, „die deutsche
Kultur im Hirschberger Tal zu erhalten“. Mit Erfolg, wie sich
bereits jetzt gegen Ende der Restaurierungsphase des zukünftigen
Schlosshotels erahnen lässt.
Reichtum einstiger
„Schleierherren“
Über eine „bürgerliche“ Tradition hingegen
verfügt das Schlosshotel Wernersdorfer Bleiche in Pakoszow
(Wernersdorf). Hier residierte einst einer jener legendären
„Schleierherren“, die mit der Veredelung von Leinen einen hohen
Qualitätsstandard setzten. Zu ihnen gehörten auch die Vorfahren
der Familie Hartmann, die 1945 ihren Besitz aufgeben und das
Land in Richtung Deutschland verlassen musste. Doch dann ergab
sich im Jahr 2004 die unerwartete Gelegenheit, das Grundstück
zurückzukaufen und zu einem Schlosshotel umzugestalten.
Dem Architekten Christopher-Jan Schmidt steht
der renommierte Restaurator Christoph Wetzel zur Seite, der noch
vor wenigen Jahren die Innenkuppel der Dresdener Frauenkirche
künstlerisch ausgestaltete. Ähnlich wie dort soll auch hier auf
dem Wege der illusionistischen Malerei ein Gesamtkunstwerk
entstehen, das in dem 45 Quadratmeter großen Deckengemälde des
Barocksaals seinen Höhepunkt findet.
Initialzündung für Schlosshotels
Auch das Barockschloss Lomnica (Lomnitz) hat
mit der Adelsfamilie von Küster die einstigen deutschen Besitzer
zurück erhalten. Denn von 1835-1945, so erzählt die sympathische
Elisabeth von Küster, war das stattliche Anwesen in Besitz der
Familie ihres Mannes. Anlässlich des Ausbaus zum ersten
Schlosshotel im Tal löste es die heute bereits legendäre
Initialzündung aus, der sofort andere Projekte folgten. „Und je
mehr renovierte Schlösser es hier gibt, umso attraktiver wird
das Tal“, bemerkt die Besitzerin mit einem zuversichtlichen
Lächeln.
Dann führt sie ihre Gäste hinaus zu dem
ebenfalls auf dem Schlossgelände wieder aufgebauten Gutshof. Wie
das Barockschloss vermittelt er den Eindruck von der
Großzügigkeit preußischer Architektur im Hirschberger Tal. Und
ist damit ein weiteres Beispiel für den Reichtum deutscher
Kultur in Polen, die nur darauf wartet, von beiden Seiten
(wieder)entdeckt zu werden.
www.polen.travel,
www.schlosshotel-wernersdorf.de,
www.schloss-lomnitz.pl,
www.jeleniagora.pl |
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Schnee-Treiben im
Tiroler Oberland
Das Kaunertal als
Winterparadies
Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel
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Gerade unter einer weißen Schneedecke
offenbart das Kaunertal seinen besonderen Zauber.
Copyright by Dr. Bernd Kregel
Sind dies schon die Vorboten des für dieses
Jahr angekündigten Weltuntergangs? Denn bedrohlich schieben sich
finstere Wolkenbäuche über das Tiroler Oberland und geben
ausreichend Anlass zu einer apokalyptischen Grundstimmung. Noch
sieht man, wie die ringsum aufgereihten Dreitausender ihre
Spitzen wie riesige Sägen in den Himmel recken. Sind am Ende sie
es, die schließlich die runden Wolkenbäuche anritzen, deren
weißer Inhalt alsbald vom aufkommenden Sturm durch die Luft
gewirbelt wird?
Der Kaunertaler Gletscher als
Anziehungspunkt
Angesichts dieses Naturschauspiels wird der
Mensch für wenige Tage in die Rolle des hilflosen Beobachters
verbannt. Selbst die von ihm errichteten Sportanlagen am Rand
der fünf Tiroler Gletscher ducken sich unter der Last der
Schneemassen zu Boden. Sie mögen davon träumen, dass nach den
Tagen des Schneefalls das bunte Schnee-Treiben an ihren Hängen
umso prächtiger explodieren möge.
So zum Beispiel am Kaunertaler Gletscher, der
sich am Fuß der 3500 Meter hoch aufragenden Weißseespitze als
„Tirols jüngster Gletscher“ einen Namen gemacht hat. Denn hier
können Freerider und Snowboarder in jugendlicher Frische auf
breiten Pisten aus Naturschnee ungestört ihre Schwünge ziehen.
Aber auch anderswo gibt es nichts Schöneres, als sich bei
strahlendem Sonnenschein die Schneeschuhe unterzuschnallen und
in den noch unberührten Schneeflächen seine eigenen Spuren zu
hinterlassen oder auf den Langlaufloipen seine Kreise zu ziehen.
Naturparkhaus als geologisches Energiezentrum
Eine bequeme Art, sich einen Überblick zu
verschaffen, hält das Naturparkhaus Kaunergrat am nördlichen
Taleingang bereit. Wie ein Adlerhorst thront es in 1600 Metern
Höhe an einer 800 Meter tiefen Abbruchkante zum Inn. An dieser
markanten Stelle wurden bereits vor 5000 Jahren, also zu Ötzis
Zeiten, Tieropfer für die heimischen Gottheiten dargebracht.
Auch für heutige spirituelle Belange hat das
Kaunertal eine Kostbarkeit anzubieten. Es ist die im Jahr 1535
erbaute Wallfahrtskirche Kaltenbrunn, die in 1260 Metern Höhe
seit Jahrhunderten die Pilgerscharen aus der Umgebung ins
Kaunertal lockt. Ursache für diese Anziehungskraft ist eine
Muttergottesstatue, die genau hier im 12. Jahrhundert von Hirten
in einem Weizenfeld entdeckt wurde.
Musikerlebnis im Flügelmuseum
Nur wenige Meter von der Kirche entfernt
wohnt Toni Wille, der als „Flügeltoni“ nicht aus dem Kaunertal
wegzudenken ist. Toni ist ein Rundum-Talent, da er von der
Landwirtschaft bis hin zum Kunsthandwerk gleich mehrere Berufe
ausübt. Seine große Liebe jedoch gilt dem Klavierspiel, das er –
weitgehend autodidaktisch angeeignet – zu hoher künstlerischer
Reife verfeinert hat.
Dazu betreibt er ein über die Grenzen hinaus
bekanntes Flügelmuseum mit den unterschiedlichsten
Parade-Exemplaren der Musikgeschichte. Schon sind die Kerzen
entzündet, die den Raum in ein gedämpftes warmes Licht hüllen.
Und alsbald erklingen von den unterschiedlichen Instrumenten aus
die klassischen „Ohrwürmer“ der Musikgeschichte von Bach und
Händel über Mozart und Beethoven bis hin zu Debussy. Ein in der
Tat ausgefallenes und zugleich persönliches Musikerlebnis!
So lebt der Aufenthalt im Kaunertal nicht nur
von den sportlichen Aktivitäten, zu denen die malerische
Landschaft durch alle Jahreszeiten hindurch einlädt. Daneben
sind es auch die persönlichen Begegnungen, die das Bild
abrunden. Und der vom Maya-Kalender für diesen Dezember
prophezeite Weltuntergang? Das Kaunertal wie auch das gesamte
Tiroler Oberland werden ihn sicherlich unbeschadet überstehen.
www.tiroleroberland.at
www.kaunertal.com
www.kaunergrat.at
www.tirolgletscher.com,
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Wo in Nahost die
Post abgeht
Swinging Beirut
im Aufwind der Gefühle
Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel
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anschauen! Copyright by
Dr. Bernd Kregel
Mit unerwarteter Aufbruchstimmung und
Lebensfreude empfängt die libanesische Hauptstadt ihre Gäste.
Auferstanden aus Ruinen und aufpoliert zu
neuem Glanz! Schon bei seiner Eröffnung vor fünfzig Jahren galt
das „Phoenicia“ als eines der Prunkstücke in der zum Mythos
erhobenen „Schweiz des Nahen Ostens“. Doch dann geriet das
Vorzeige-Hotel hinein in den Strudel des Libanon-Konflikts und
versank mit einem großen Teil der Beiruter Innenstadt in Schutt
und Asche. Wie Phoenix erhob es sich daraus in relativ kurzer
Zeit und ist seit der Jahrtausendwende wieder präsent. Nun geben
sie sich wieder die Klinke in die Hand, die Stars des Showbizz
wie Shakira und Tom Jones, die Musikbands und Sportmannschaften,
die Sheikhs der Arabischen Liga und die Wirtschaftsführer aus
den westlichen Industrieländern.
Und auch den Menschen sieht man ihr Trauma
kaum noch an. Im Gegenteil! Aus der einstmals umkämpften Stadt
ist längst ein über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes „Swinging
Beirut“ geworden, in dem eine unbändige Lebensfreude die
Oberhand gewonnen hat. Nach Sonnenuntergang wird hier die Nacht
noch einmal zum Tage gemacht. Besonders an den Wochenenden, wenn
in den Bars und Discos die Post abgeht, und sich die Jugend der
Stadt zu ausgelassener Musik mit Feierlaune ins Vergnügen
stürzt. Zum Beispiel im eleganten „Whisky Mist“, wo neben
ausgewählter Designermode auch spärliche Damenbekleidung
stilvoll zur Schau gestellt wird.
Feminine Eleganz in der Modeszene
„Wo aber sind diese modischen Kleidungsstücke
erhältlich?“ Auf diese Frage scheint Kunstexperte Amine gewartet
zu haben. Er kennt sich in der Kulturszene der Stadt bestens aus
und versucht als studierter Designer, bei seinen
Projektentwürfen für Hotels und Restaurants stets Mode und
Architektur unter einen Hut zu bringen. Das Nachkriegs-Beirut
empfindet er dabei geradezu als ein Fashion-Eldorado. Denn wie
Pilze schießen in der Altstadt – besonders im Viertel von St.
Michael – die Studios und Boutiquen aus dem Boden und
repräsentieren mit ihren jeweiligen Konzepten und Angeboten
völlig unterschiedliche Welten.
Zum Beispiel das Studio von Mode-Ikone Elie
Saab, der bereits seit seinem 18. Lebensjahr „an die Mode
glaubt“, und nicht selten von seinen Freunden als „Modegenie“,
ja sogar als „Mode in Person“ verehrt wird. Indem er Stars wie
Halle Berry mit femininer Eleganz umhüllt, wird er international
gar zu einem ungekrönten König des roten Teppichs.
Schneeabenteuer und Hüttenspaß
Majestätisch präsentieren sich auch die
verschneiten Gipfelkämme des Libanongebirges im Skigebiet von
Faraya. Hier findet sich zwischen 2000 und 2500 Metern alles,
was man für ein Schneeabenteuer benötigt: Skiausleihe,
Skihütten, Restaurants und Nachtklubs. Für Stimmung ist also
gesorgt.
Daher wohl auch die vielen Stammgäste, die
der Gipfelregion jedes Wochenende einen Besuch abstatten, wie
General Manager Andrea vom „Mzaar Lebanon Mountain Resort & Spa“
zufrieden anmerkt. Es ist für hiesige Verhältnisse der am
meisten angesagte Ort: um gesehen zu werden und nicht zuletzt,
um in der Chalet-Atmosphäre am warmen Kaminfeuer beim Knistern
der brennenden Holzscheite die winterliche Atmosphäre zu
genießen.
Und zu träumen von dem nur eine gute Stunde
entfernten Baalbek. Jener Tempelanlage, mit der einst die Römer
ihre politische und kulturelle Überlegenheit demonstrierten.
Selbst Kaiser Wilhelm II. ließ es sich nicht nehmen, bei seinem
Palästinabesuch vor mehr als einhundert Jahren das weitläufige
Areal aufzusuchen und die inzwischen zur Ikone gewordenen sechs
mächtigen Säulen des Jupitertempels zu bewundern. Insgesamt
Grund genug, um dem kleinen aber feinen Land an der Levante den
bisher aufgeschobenen aber längst fälligen Besuch abzustatten.
www.libanesische-botschaft.info
www.lebanon-tourism.gov.lb
www.phoeniciabeirut.com
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Mythos Mali
Wiederentdeckung
der „Mitte von nirgendwo“
Von Dr. Bernd Kregel
„Süß wie die Liebe, durchwachsen wie das
Leben und bitter wie der Tod.“ Wüsteneinsamkeit macht sinnlich.
Und zugleich sensibilisiert sie für das Wesentliche. In beiden
Disziplinen sind die Tuareg Meister. Sie verleihen Ihrer
Teezeremonie eine geradezu liturgische Note und überhöhen sie
damit zu einer heiligen Handlung, aus der sich die Eckpunkte des
menschlichen Lebens ablesen lassen. Dreimal verlässt der braune
Strahl in hohem Bogen die Teekanne und füllt, luftig
aufgelockert mit jeweils unterschiedlichem Geschmack, prasselnd
und schäumend die kleinen Gläser: „Es lebe die Liebe! Es währe
das Leben! Es warte der Tod!“
Während dieses Zeremoniells scheint sogar die
Zeit still zu stehen. Wie soeben im Lager der Tuareg auf einer
der Sanddünen bei Timbuktu. Hier am Rande der Sahara werden bei
den Strahlen der untergehenden Sonne Gedanken ausgetauscht,
Geschichten erzählt und Freundschaften geschlossen. Allen voran
zählt natürlich die Gastfreundschaft, die stets heilig ist und
niemals angetastet werden darf.
In der Mitte von nirgendwo
Auch nicht im nahe gelegenen Timbuktu, jener
legendären Siedlung irgendwo „in der Mitte von nirgendwo“, wie
sie einst bei ihrer Entdeckung durch europäische
Forschungsreisende charakterisiert und zum Mythos erhoben wurde?
Noch 20.000 Einwohner leben heute in ihr und sonnen sich im
Glanz ihrer goldenen Vergangenheit. Damals, als vor fünfhundert
Jahren kostbare Bücher und Handschriften auf Kamelrücken für die
25.000 Studenten herangeschafft wurden. Sie galten als die
wertvollste Handelsware und ihre Abschriften wurden mit purem
Gold bezahlt.
Ganz anders das „westafrikanische Venedig“,
die am Zusammenfluss des Niger mit dem Bani River auf einer
Insel gelegene Stadt Mopti. Bis an den Horizont reichende
Reisfelder bestimmen hier bei der Anfahrt das Bild. In der Stadt
selber scheint sich das Leben hauptsächlich an den Flussufern
abzuspielen. Besonders am Seguni-Markt, an dem schlanke Pirogen
bunt gekleidete Menschen sowie eine unglaubliche Palette von
Waren transportieren.
In Djenné hingegen ist es die große Moschee,
die als architektonisches Weltwunder alles andere überstrahlt.
Errichtet aus einem Gemisch aus Lehm, Hirsestroh sowie Kuhmist
hat sie den Titel eines Unesco-Weltkulturerbes durchaus
verdient. Eine Konkurrenz ganz anderer Art bildet jedoch der in
ihrem Schatten wöchentlich stattfindende Montagsmarkt. Hier
zeigt sich vor der schlichten Lehmkulisse eine knallige
Farbigkeit, die nun ihrerseits alle Aufmerksamkeit auf sich
zieht, allen voran die bunt herausgeputzten Frauen, die wie
exotische Vogelwesen auf Käufer für ihre Waren warten.
Animistische Tradition im Land der Dogon
Doch dann folgt der Höhepunkt einer jeden
Mali-Reise: ein Abstecher ins legendäre Land der Dogon.
Ebenso wie Timbuktu und Djenné
Unesco-Kulturerbe, gilt das besondere Interesse der
animistischen Tradition dieses Volkes, die sich hier in ihrer
Ursprünglichkeit erhalten hat.
Wie in einem bunten Kaleidoskop gibt der
Kulttanz der Dogon Auskunft zu allen Fragen zwischen Himmel und
Erde. In ausdrucksstarken Masken und Kostümen stehen die Männer
des Dogon-Dorfes Tirely auf ihrem Dorfplatz bereit und warten
auf das Signal durch die Dorfältesten. Und dann plötzlich bricht
es los wie ein Feuerwerk, das sich in unterschiedlichen
Formationen entlädt. Zum Beispiel in den Masken der Kanagas, die
symbolisch Himmel und Erde repräsentieren und dann urplötzlich
eine mythische Verbindung beider Sphären vollziehen.
Eine ursprüngliche, ja urtümliche Welt, die
sich authentisch erhalten hat und damit einen weiteren Beitrag
leistet zu der vielfältigen Kultur Malis, einer der schönsten
und reichhaltigsten in ganz Westafrika.
www.malitourisme.com;
www.african-dreams.biz;
www.get-up-tours.de;
www.ivory-tours.de
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Weihrauchstraßen-Romantik in Arabiens grünem Orient
Stets war die „Weihrauchstraße“ umgeben
von einem Mythos, dessen Ursprünge sich
noch heute mit all ihrem Zauber
aufspüren lassen.
Es ist ein süffisantes Lächeln, dessen
hochmütiger Unterton geeignet ist, andere auf die Palme zu
bringen. Nicht so im Orient. Hier verzeiht man dem Kamel seine
hochnäsige Überheblichkeit. So auch dem stattlichen Kamelhengst
am Wadi Darbat in der südomanischen Provinz Dhofar. Mit
zugekniffenen Nüstern und lässig herabhängender Unterlippe gibt
er allerdings den unter schattigen Bäumen Rast Suchenden ein
Rätsel auf. Was, so fragen sie, verbirgt sich hinter diesem
sphinxhaften Gesichtsausdruck? Ist es vielleicht sogar die
Erinnerung an die „Weihrauchstraße“, auf der Karawanen das mit
Gold aufzuwiegende Edelharz über 3500 Kilometer hinweg ans
Mittelmeer transportierten, hinein in das Zentrum des Römischen
Weltreiches?
Weihrauch-Träume
Wie auch immer: Selbst wenn das Rätsel nicht
eindeutig gelöst werden kann, ist doch alles, was hier im
südlichen Oman mit dem Weihrauch zusammenhängt, versehen mit den
Attributen einer besonderen Wertschätzung. Ist es hier doch der
Stoff, aus dem die Träume sind, wie sie im Umfeld dampfender
Weihrauchgefäße erwachsen. Besonders dann, wenn die
orientalische Nacht hereinbricht und der flackernde Glanz des
gestirnten Firmaments wie eine bestickte Decke über die grünen
Gärten Allahs hernieder sinkt.
Damit es zu solch ausgefallenen sinnlichen
Erlebnissen kommen kann, gibt es den Weihrauch-Markt in der
Provinzhauptstadt Salalah. Hier liegen die weißbraunen
Harzkristalle in großen Körben bereit oder werden, handlich
verpackt, in durchsichtigen Tüten unaufdringlich präsentiert von
verschleierten Beduinenfrauen.
Trostlos
schöne Gegend
Bei diesem illustren orientalischen
Marktgeschehen reift irgendwann der Entschluss, den
geheimnisvollen Ursprungsort des Weihrauchs aufzuspüren. Noch
kurz nach dem Aufbruch in westlicher Richtung überwiegt in
unmittelbarer Nähe Salalahs die fruchtbare Üppigkeit, wie sie in
dieser Fülle keine andere Stadt auf der Arabischen Halbinsel zu
aufzuweisen hat.
Doch schon bald weisen der schneeweiße Strand
und die bizarren Kalksteinformationen von Mughsail den Weg. Je
mehr sich nun die Straße der Jemenitischen Ostgrenze nähert,
umso mehr türmt sich ein schroffer Gebirgszug vor ihr auf. Wo
Einkerbungen in die Bergkuppe nicht mehr ausreichen, da erweisen
sich unglaublich verschlungene Serpentinen als das geeignete
Mittel, sich durch Fels und Geröll beiderseits des Asphaltbandes
seinen Weg nach oben zu bahnen.
Knorrige Äste und schorfiger
Stamm
Bis hinauf zu den Ansammlungen von
Weihrauchbäumen, die sich in knorriger Gestalt in der Ferne wie
kleine Punkte von den Berghängen abheben. Als nahezu blattlos
erweisen sich bei näherem Hinsehen die bizarr in den Himmel
ragenden Äste, als wollten sie der Sonne keine unnötige
Angriffsfläche bieten.
Das Wichtigste jedoch ist ihr schorfig
wirkender Stamm, der mit einer dünnen braunen Borke überzogen
ist. Die in ihr erkennbaren Einkerbungen erbringen den Beweis,
dass der für diese Gegend zuständige Beduinenstamm von seinem
Recht Gebrauch macht, die Stämme an unterschiedlichen Stellen
anzuritzen, um das austretende Harz nach zweiwöchigem Trocknen
abzuernten. Sortiert nach Farbe und Qualität gelangt es dann als
Weihrauch auf den Markt – wie bereits Jahrtausende zuvor zur
Zeit der alten Weihrauchstraße.
So hat das edle Naturprodukt nichts von
seiner Strahlkraft verloren. Und in Arabiens grünem Orient im
südlichen Oman ist der Weihrauchmythos weiterhin fest verankert
als ein Zauber, der noch heute mit all seiner orientalischen
Romantik aufgespürt werden kann.
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Seeluft
schnuppern im sommerlichen Brighton
Lässige
Strandatmosphäre an der südenglischen Steilküste
Von Dr. Bernd Kregel |

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Dia-Schau
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Adel verpflichtet, selbst im Bett. Queen
Victoria kam dieser Verpflichtung nach, indem sie gleich vier
Matratzen übereinander in ihrem Bett stapeln ließ. Nicht etwa,
weil sie, wie die berühmte „Prinzessin auf der Erbse“, ihr
zartes Hinterteil vor Unregelmäßigkeiten in der Unterlage
schützen wollte. Sondern allein deswegen, weil sie auf diese
Weise erheblich höher lag und damit selbst in dieser wenig
majestätischen Position dem Dienstpersonal immer noch über-legen
war.
Das heute noch gut erhaltene Möbelstück stand
jedoch nicht in einem ihrer Londoner Paläste. Vielmehr fand es
seinen Platz in dem südenglischen Küstenort Brighton, nur ein
paar Kutschenstunden von der englischen Metropole entfernt. Hier
hatte Georg IV., einer ihrer Vorgänger im Amt, einen „Royal
Pavilion“ errichten lassen.
Ästhetische Perfektion und orientalische
Verspieltheit
In der verspielten Außenfassade spiegelt sich
der Glanz eines indischen Maharaja-Palastes wider, ästhetisch
perfekt und in einer orientalischen Verspieltheit, die niemand
in dieser Form auf den Britischen Inseln vermuten würde. In
seinem Inneren hingegen überzeugt das Prachtgebäude mit
chinesischen Preziosen, die zur damaligen Zeit hoch im Kurs
standen.
Den schwelgerischen Höhepunkt bietet
zweifellos der Bankettsaal als die standesgemäße Kulisse für die
königlichen Dinners jener Zeit. Teil der phantasievollen und
gewagten Ausstattung ist der prächtige Kronleuchter, neun Meter
lang und eine Tonne schwer, der aus den Klauen eines
versilberten Drachens in der Mitte des Saals von der Decke
herabhängt. Den festlich hergerichteten Tisch ziert vergoldetes
Silbergerät jener Epoche, die bedeutendste öffentlich
ausgestellte Kollektion ihrer Art.
Heute noch färbt der „Royal Pavilion“ ab auf
die unmittelbare Umgebung. Denn die Stadt schwelgt in bunten
Gärten und gepflegten Parkanlagen, in stolzen Hausfassaden und
malerischen Plätzen. Gemütlich zu schlendern in den „Lanes“ der
Innenstadt ist besonders am Wochenende ein ausgesprochenes
Vergnügen. Fast mediterran erscheint bei schönem Wetter das „Eating
Out“, das vor zahllosen Restaurants zelebriert wird.
Pures Leben in alle Facetten
Dazu gibt es mit Brighton Beach ein zweites
Zentrum, an dem sich Einheimische wie Gäste ein Stelldichein
geben. Im Mittelpunkt der Strand- und Amüsiermeile steht, wie
bereits seit vielen Jahrzehnten, der „Brighton Pier“, auf dem
sich zu allen Tageszeiten das pure Leben entfaltet. Esslokale,
Spielhallen und Kirmesbuden ziehen die Besucher hinauf auf den
langen Brettersteg.
Ganz im Unterschied zu einem zweiten Pier am
Strandabschnitt des Stadtteils Hove, der nach einem Brand als
Stahlgerippe schon seit längerer Zeit auf seine Wiedererrichtung
wartet. „Paddle around the Pier“, lautet seit mehreren Jahren
die Devise eines Volksfestes am entsprechenden Strandabschnitt,
bei dem Hunderte von Booten an dem größten Paddelwettbewerb der
Welt teilnehmen. Unzählige Stände und Unterhaltungsprogramme
sorgen hier für Zerstreuung. Ein besonderer Blickfang sind dabei
die Skate Boarder und Fahrradakrobaten, die sich von einer
riesigen U-Tube aus hoch in den blauen Himmel hinauf schwingen.
Wen wundert’s, dass die Londoner längst ihren
kleinen Ableger vor der eigenen Haustür für sich entdeckt haben
und das Monumentale gegen das Überschaubare eintauschen. Die
Festland-Europäer werden es ihnen sicherlich schnell darin
gleichtun.
www.visitbrighton.com |
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Mitternachtssonne
und Sonnenscheinpferd
Sommerbegegnungen
in Südisland
Von Dr. Bernd Kregel |
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Copyright by Dr. Bernd Kregel
Dia-Schau

Ach, wäre sie doch wahr, die alte Geschichte
von dem unermesslichen Goldschatz in der feuchten Höhle hinter
dem Skogafoss-Wasserfall! Zweifellos würde man damit einen
großen Teil der Löcher stopfen können, die die Finanzkrise in
der isländischen Staatskasse aufgerissen hat. Oder wird er gar
bewusst dem menschlichen Zugriff vorenthalten? Von all den Elfen
und Trollen, jenen unberechenbaren Wesen im Verborgenen, mit
denen man überall auf dieser zerfurchten Insel aus Feuer und Eis
rechnen muss? Tiefe Abgründe tun sich hier auf bis hinein in die
glühende Unterwelt. Und dann wiederum schießen kochende
Wasserfontänen mit dampfendem Strahl hinauf in das Blau des
Himmels. Und nicht zuletzt gehören auch Vulkanausbrüche zum
Drohpotenzial aus der Tiefe.
Olafur Eggertson hat noch alles klar vor
Augen und lässt sich nicht täuschen von dem heute wieder
friedlich schlummernden Eyafjallajökull hinter seinem Bauernhof.
Während er und seine Familie damals unter der dunklen Rauchwolke
die Tiere auf den angrenzenden Weiden zusammen trieben,
versäumte er es jedoch nicht, die Schreckensbilder mit seiner
Kamera festzuhalten. Sie bilden den Mittelpunkt eines
Dokumentationszentrums, das interessierten Besuchern offen
steht. Nach all den dramatischen Ereignissen stellt Olafur
heute jedoch mit Erstaunen fest, dass „die Natur alles wieder
gut hinterlassen hat“.
Einer ganz anderen Aufgabe hat sich Asgeir
Arnorstefansson verschrieben. Er ist Gletscherführer auf dem
Solheimajökull, der sich als lange Gletscherzunge vom
Myrdalsgletscher herab windet. Am eisigen Ort des Geschehens
erweist sich Asgeir schnell als ein Spezialist für das Thema
„Erderwärmung“. Natürlich weiß er um die Phasen und Schwankungen
in der Erdtemperatur, die stets einen Einfluss hatte auf die
Festigkeit des Eises. Nun aber, wenn man genau hinhört, vernimmt
man das Rauschen des milchigen Schmelzwassers, das sich in der
Tiefe seinen Weg unter dem Eisschild hindurch bahnt.
Auf ganz andere Art heimatverbunden erweist
sich Steinunn Sigurdardottir, die vielleicht bekannteste
Repräsentantin isländischer Gegenwartsliteratur. Es ist ein
Vergnügen, im fahlen Licht der Mitternachtssonne mit ihr am
Strand bei Selfoss entlang zu schlendern und mit ihr über ihre
neuesten Büchern zu plaudern. Zum Beispiel über das
„Sonnenscheinpferd“, das auf dem Titel eines ihrer Romane
auftaucht. In Island, so erklärt sie, versteht man darunter ein
Pferd, das nur bei gutem Wetter auf die Weide getrieben wird, um
es nicht unnötig den Unbilden der Natur auszuliefern. Eine der
Hauptpersonen in ihrem Buch ist eine Frau, die als Mädchen von
seiner Mutter stets gesagt bekommt, es sei kein solches
Sonnenscheinpferd. Eine Formulierung, mit der die stets
durchlittene emotionale Vernachlässigung kaschiert werden
sollte.
Alle Wege jedoch führen zurück in die
Hauptstadt Reykjavik. Hier wird neuerdings die Hafenkulisse
geprägt von einer nagelneuen Konzerthalle, die im August 2011
offiziell eröffnet werden soll. Zur künstlerischen Direktorin
des Hauses wurde die Pianistin Steinunn Ragnarsdottir berufen,
die auch die Führung durch das Gebäude übernimmt. Das Herzstück,
der große Konzertsaal, sowie das Haus insgesamt sind für sie das
„Monument unserer eigenen Auferstehung“. Ein für isländische
Verhältnisse geradezu „einmaliger Ort kultureller Validität“. So
befindet sich Island trotz Finanzkrise und launischer Natur
zweifellos im kulturellen Aufwind. Und heute schon tut man gut
daran, sich innerlich darauf einzustellen.
www.visiticeland.com;
www.visitreykjavik;
www.south.is
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Reiseinformationen „Südisland“
Anreise
Regelmäßig und preisgünstig mit airberlin von
München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Berlin nach Reyjavik/Keflavik;
www.airberlin.com
Einreise
Mit gültigem Reisepass, ohne Visum
Reisezeit
Wegen der langen Tage (Mitternachtssonne!)
empfiehlt sich vor allem der Sommer. In den Winternächten
dagegen sind das Nordlicht und die heißen Quellen eine besondere
Attraktion.
Unterkunft
Reykjavik: Grand Hotel
Reykjavik,
www.grand.is;
Hotel Loftleidir,
www.icehotels.is; Hotel Fron,
www.hotelfron.is; Hotel Plaza,
www.centerhotels.com; Küste: Hotel Selfoss,
Hotelselfoss@hotelselfoss.is;
Essen und Trinken
Reykjavik: Fish Company,
www.fiskfelagid.is; Lava Restaurant Blue Lagoon,
www.bluelagoon.com; Seafood Grill,
www.sjavargrillid.is; Küste: Fjörubordid,
www.fjorubordid.is
Auskunft
www.visitreykjavik.com;
www.south.is;
www.whatson.is;
www.grayline.is;
Reiseführer
Barbara C. Titz und Jörg-Thomas Titz, Island
und Faröer-Inseln, 6. Aufl., 2010, Reise Know-How Verlag,
Bielefeld, EUR 23,90,
www.reise-know-how.de
Alexander Schwarz, Sabine Burger, City Trip
Reykjavik, 1. Aufl. 2009, Reise Know-How Verlag, Bielefeld, EUR
8,90; |
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Faszination der
Wildnis
Mit dem „Rocky
Mountaineer“ durch den kanadischen Westen
Von Dr. Bernd Kregel |
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Bilderschau
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Ahnungsvolle Stille wölbt sich an diesem
Junimorgen wie eine unsichtbare Decke über den Bahnhof von
Vancouver. Unter ihr verdichten sich die Eindrücke von der
lebensfrohen Stadt an der kanadischen Pazifikküste zu einem
bunten Film, der mit immer neuen Sequenzen in der Erinnerung
vorüberflimmert.
In die kostbaren Augenblicke der Erinnerung
mischt sich jedoch zunehmend die Anspannung des Aufbruchs. Denn
schon warten die beiden Diesellokomotiven des „Rocky Mountaineer“
mit laufenden Motoren darauf, sich sogleich mächtig ins Zeug zu
legen. Und niemand vermag sich jetzt bereits vorzustellen, was
ihn unterwegs wirklich erwartet.
Und doch gibt es eine erste Orientierung. Es
ist der geräumige Großraumwaggon, der zwei Tage lang als
Ausgangspunkt für Landschafts- und Naturbeobachtung dienen soll.
Die obere Ebene ist eine Licht durchflutete Konstruktion nach
innen gewölbter Glasscheiben, die sich oben zu einer
kuppelartigen Rundung vereinen und den Blick nach allen Seiten
freigeben.
Der fällt nun auf den mächtig angeschwollenen
Fraser River, der sich hier in British Columbia aus der parallel
zur Küste verlaufenden Mountain Range heraus seinen Weg in den
Pazifischen Ozean bahnt.
Hierher hatte einst die Gier nach dem Gold
Abenteurer aus allen Richtungen gelockt. Denn ebenso wie weiter
südlich am kalifornischen Sacramento River war auch hier das
verführerisch glänzende Edelmetall gefunden worden, das
schnellen Reichtum und Wohlstand versprach. Zahlreiche
Ortschaften beiderseits der Bahntrasse zeugen noch heute von der
plötzlichen Blüte und dem jähen Ende jener aufregenden
Goldgräberära.
Doch dann richten sich alle Blicke nach vorn
auf eine Felsspalte, durch die sich der Fraser River tosend und
brodelnd hindurchzwängt. Eine kanadische Variante der Loreley?
Die mit diesem „Höllentor“ verbundene dramatische Geschichte
reicht zurück in die Zeit des Eisenbahnbaus, als man durch
massive Sprengungen versuchte, Raum zu schaffen für das
Gleisbett. Dabei brach unerwartet eine der Felswände komplett ab
und blockierte für längere Zeit das gesamte Flussbett. Nicht nur
für die herab strömenden reißenden Wassermassen, sondern auch
für die millionenfach herauf drängenden Lachse, die nun
vergeblich versuchten, ihre gewohnten Laichgründe zu erreichen.
Immer steiler wird am zweiten Reisetag die
Strecke, als sich der Zug schnaubend an der Flanke des
schneebedeckten Mount Robson hinaufquält. Und je höher sich nun
das Gebirge vor dem Zug auftürmt, umso reißender wird auch der
ihm entgegen strömende Fluss. Seinen in ungestümer Gischt
aufwirbelnden Wassermassen verdankt er seinen einprägsamen Namen
„Kicking Horse“.
Nach dem Hochgebirge der Rocky Mountains
kündigt sich am Nachmittag die letzte Attraktion der Reise an:
der Nationalpark von Banff - Lake Louise in Alberta, angeblich
der schönste seiner Art in ganz Kanada und noch der älteste
dazu. Kein Zweifel: In einmaliger Schönheit erstrahlt der Lake
Louise, in dessen türkis schimmernder Wasseroberfläche sich das
Weiß der umgebenden schneebedeckten Berggipfel widerspiegelt.
Als besonders faszinierend erweist sich auch der Blick auf die
Seekulisse durch die Rundbogenfenster des unmittelbar
angrenzenden „Chateau Lake Louise“, das zum nachmittäglichen
„High Tea“ bei zarter Harfenmusik einlädt.
Und doch ist es nicht das Ziel allein, das
zählt. Denn wo der „Rocky Mountaineer“ dem Ruf der Wildnis
folgt, ist bereits der Weg das Ziel. Ein faszinierendes
Reiseabenteuer in gediegenem Ambiente, das in dieser Form
weltweit seinesgleichen sucht.
www.rockymountaineer.com
www.fairmont.com
www.britishcolumbia.travel
www.travelalberta.com |
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Ludwigs virtuelle
Welten
Der
„Märchenkönig“ auf der Suche nach der perfekten Illusion
Von Dr. Bernd Kregel |
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Neuschwanstein als
Märchenschloss des „Märchenkönigs" (Foto oben rechts).
Barockfassade von Schloss Linderhof (Foto unten) und
Venusgrotte als Wagnersches „Gesamtkunstwerk“. |
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„Tod durch Ertrinken“? Das ärztliche
Gutachten zeigt sich zugeknöpft. Konnte oder wollte man nichts
sagen zu den wahren Ursachen, die vor genau 125 Jahren am 13.
Juni 1886 zum Tode des „Märchenkönigs“ Ludwig im Starnberger See
geführt hatten? Unfall? Selbstmord? Mord? Kein Zeuge meldete
sich, der über die wahren Umstände des Todeskampfes hätte
Aufschluss geben können. So schossen wilde Gerüchte ins Kraut,
die versuchten, den Geschehnissen der vorangegangenen Tage
gerecht zu werden.
Denn gerade hatte man den König wegen
angeblicher Unzurechnungsfähigkeit entmündigt. Diese jedoch war
von Ärzten bescheinigt worden, die ihn weder gesehen geschweige
denn behandelt hatten. Zudem war er in einer
Nacht-und-Nebel-Aktion aus Schloss Neuschwanstein entführt und
in Schloss Berg am Starnberger See unter Arrest gestellt worden.
Eben dort, wo kurz danach die tragische Entwicklung ihren Lauf
nehmen sollte. Offenbar gab es Kräfte im politischen Bayern, die
ein Interesse daran hatten, ihn aus dem Amt zu entfernen. Aus
machtpolitischen Gründen?
Für Ludwig als „Märchenkönig“, ständig auf
der Suche nach der perfekten Illusion, bedeutete die Entmachtung
eine Schmach, die ihn zutiefst verstören musste. Stand er doch
bei seinem virtuosen Umgang mit virtuellen Welten unter dem
starken Einfluss von Ludwig XIV. von Frankreich. Dessen
absolutistisches Herrschertum als Sonnenkönig, sein an
weltlicher Prachtentfaltung kaum zu übertreffender
Herrschaftssitz Versailles – davon wollte Ludwig nicht nur
träumen, sondern dies ebenfalls in die Wirklichkeit umsetzen.
So zum Beispiel mit dem Schloss
Herrenchiemsee. Als Paraphrase von Versailles und als Denkmal
des Absolutismus wurde es viel prächtiger ausgestaltet, als
Versailles es je war. Der Spiegelsaal geriet größer und
aufwändiger als das französische Vorbild. Und selbst das
Paradeschlafzimmer von Ludwig XIV. wurde in der Version Ludwigs
II. zum teuersten Raum des 19. Jahrhunderts übersteigert, ohne
je als Schlafgemach genutzt zu werden.
Die zweite Person, der er sich emotional
hingab, war Richard Wagner. Von dessen vertonter Welt
mittelalterlicher Legenden und nordischer Göttersagen fühlte er
sich zutiefst angezogen. Einen Höhepunkt der Auseinandersetzung
mit Wagners Welt bildet die Venusgrotte von Schloss Linderhof.
Als eine in den Berg hinein getriebene künstliche Höhle
entspricht sie perfekt den Bühnenanweisungen Richard Wagners zu
seiner Oper „Tannhäuser“. Ein „Gesamtkunstwerk“, dem sowohl
Wagner als auch Ludwig sich verpflichtet wussten.
Ludwig demnach ein Menschenfreund, der der
Menschheit etwas Bleibendes hinterlassen wollte? Eher nicht, sah
er sich doch als absolutistischen Herrscher, dem der Kunstgenuss
allein zustehe. Aber das Erstaunliche: mit wachsendem Abstand zu
seinem Todesdatum nimmt auch die Popularität des „Kini“, wie er
respektvoll genannt wird, zu. Von der Volksseele wird er
geradezu erhoben in den Status des Mythos.
Oder er wird erklärt zu einer „Ikone der
Neuzeit“, auf Augenhöhe mit James Dean und Marilyn Monroe, mit
John F. Kennedy und Lady Di. Ludwig lebt! Auferstanden als
„Märchenprinz“, der er schon immer war und auf dem Vormarsch zum
„König der Herzen“. So wird der „Mythos Ludwig“ auch weiterhin
sprießen und die wachsende Fan-Gemeinde des „Märchenkönigs“
geschlossen hinter sich versammeln.
www.oberbayern.de/tourismus
www.schloesser.bayern.de
www.muenchen-tourist.de |
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Aufleben am Toten Meer
Jordaniens
Höhepunkte unter dem Meeresspiegel
Von Dr. Bernd Kregel |
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Copyright by Dr. Bernd Kregel
Messer und Gabel gehören seit Knigge
zur Standardausrüstung gepflegten Speisens. Umso überraschender
ist es, wenn es anderswo auch ohne geht. Zum Beispiel in
Jordanien, der anderen Hälfte des Heiligen Landes. Dort ist es
eines der größten kulinarischen Vergnügen, zu besonderen
Anlässen nach Art der Beduinen mit der rechten Hand in die
Schüssel zu greifen, um sodann aus duftendem Reis und gut
gewürztem Hammelfleisch geschickt eine Speisekugel zu formen,
die wenig später unter wohligen Lauten im weit geöffneten Mund
verschwindet.
Jordanien? Lange Zeit beschränkte
sich das Besucherinteresse in der Region auf das westliche
Jordanufer. Inzwischen jedoch haben auch die andere Seite des
Jordans und des auf den ersten Blick unwirtlich wirkenden Toten
Meeres an Anziehungskraft gewonnen. Ein Landstrich mit Natur und
Abenteuer, mit Kultur und Kulinarik, dem die gegenwärtig
halbwegs stabile Situation im Nahen Osten zugute kommt.
Beeindruckend präsentiert sich auch
das römische Erbe des Landes. Denn nirgendwo sonst außerhalb von
Italien gibt es auf der Welt eine größere und vollständigere
Anlage als die antike Stadt Jerash. Lange Säulenreihen verbinden
ihre einstigen Prachtbauten miteinander. Und schon damals wiesen
sie dem auf Repräsentation bedachten Kaiser Hadrian den Weg,
als er einst anlässlich eines Besuches die Stadt durch sein
prunkvolles „Hadrianstor“ betreten hatte.
Petra – Stadt der Nabatäer
Und doch gibt es noch eine
Steigerung. Denn das am meisten beeindruckende Erbe hinterließ
das Volk der Nabatäer mit seiner geheimnisvollen Felsenstadt
Petra. Eine unglaubliche Wirkung erzielen die Fassaden der fünf
nebeneinander in eine steile Felswand gemeißelten
„Königsgräber“. Inzwischen leicht verwittert, haucht jedoch die
untergehende Sonne ihrem morbiden Charme mit rötlichem
Farbenspiel allabendlich neues Leben ein.
Und doch sind sie nicht das
Hauptaugenmerk in Petra. Denn jeder sucht hier nach jener ganz
speziellen Kulisse, die einst durch Filmheld „Indiana Jones“ bei
seiner Suche nach dem Heiligen Gral weltweit ins Blickfeld
geriet. Es ist das „Schatzhaus des Pharao“, das sich am Ausgang
einer beängstigend hohen Felsenschlucht mit seinen Säulen und
Verzierungen dem erwartungsvoll Suchenden als unglaubliche
künstlerische Überhöhung der eher kargen Felslandschaft
unmittelbar in den Weg stellt.
Wellness unter dem Meeresspiegel
Drunten hingegen, 450 Meter unter
dem Meeresspiegel und damit am tiefstgelegenen frei zugänglichen
Ort der Welt, lädt das Tote Meer ein zu einem ungewöhnlichen
Wellness-Abenteuer. Mit seinem unglaublich hohen Salzgehalt
macht es Schwimmen in normaler Lage fast unmöglich. Vielmehr
verleiht die Salzlauge dem Körper einen solchen Auftrieb, dass
bei bequemer Badewannen-Rückenlage sogar gemütliche
Zeitungslektüre möglich ist.
Was nun noch fehlt, ist das Bad in
der Menge der freundlichen und ausgesprochen liebenswerten
Menschen. Der Markt von Amman kommt dabei einem Eintauchen in
den farbigen und von aromatischen Düften geprägten Orient
gleich, der sich hier in all seinen Nuancen entfaltet. Längst
hat Jordanien den Status des Geheimtipps hinter sich gelassen.
„Aufleben am Toten Meer“, lautet nun die Devise all derer, für
die ein Abstecher in diese nahöstliche Region ein völlig
normales Reiseabenteuer darstellt.
www.visitjordan.com
Info
Anreise
Mit der „Royal Jordanian“ täglich ab
Frankfurt, zweimal wöchentlich ab München; mit der Lufthansa
mehrfach wöchentlich ab Frankfurt
Einreise
Visum direkt vor Ort für ca. 10
Euro; Pass noch mindestens 6 Monate gültig
Veranstalter
Gebeco,
www.gebeco.de ; Ikarus Tours,
www.ikarus.com ; Windrose,
www.windrose.de ; Studiosus,
www.studiosus.com
Reisezeit
Ganzjahresziel; besonders angenehm im
Frühling, März – Mai und im Herbst, Sept. – Nov.
Unterkunft
Von 5-Sterne Hotels bis Desert Camp, von
Guest House bis Camping;
www.leroyal.com,
www.sixsenses.com,
www.kempinski.com,
www.moevenpick-hotels.com
Essen und Trinken
www.fakhreldin.com,
www.zumot-wines.com,
www.zalatimosweets.com,
www.bluefig.com,
www.mazayen-nebo.com,
www.suncityrest.com
Auskunft
Fremdenverkehrsamt Jordanien:
www.visitjordan.com, Tel. 069-71913662 |
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Aufsteigen zum
Olymp des guten Geschmacks
Bangkok auf dem
Weg zur kulinarischen Spitze
Von Dr. Bernd Kregel |
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Fotos: Dr. Kregel
Krachend detonieren
Feuerwerkskörper, und hoch aufsteigende Leuchtraketen erhellen
mit ihrem grellen Licht den sternenklaren Nachthimmel über
Bangkok. Am chinesischen Neujahrsfest ist in der „Stadt der
Engel“ der Teufel los. Besonders im Stadtviertel Chinatown
finden Ausgelassenheit und fröhliches Treiben kein Ende.
Garküchen und Verkaufsstände mit Leckereien säumen die Straßen.
Denn alles was Beine hat ist unterwegs und begrüßt das Jahr des
Hasen. Prosit Neujahr – es lebe Bangkok!
In der Tat erweist sich die Stadt am
Chao Phya als ein belebender Angriff auf die Sinne, als ein
Schwindel erregender Wirbel von Sehenswürdigkeiten, Geräuschen
und Gerüchen: auf den Straßen und in den Tempeln, auf den
Märkten und in den Museen. Ja, Bangkok macht Appetit, besonders
auf die allenthalben begegnende fernöstliche Kultur. Aber auch
auf die Flusslandschaft der Stadt mit ihren legendären „Klongs“,
die sich wie ein Spinnennetz um den behäbig dahin strömenden
Chao Phya herum legen und den Ruf der Stadt als „Venedig des
Ostens“ begründen. Das Gewirr der Kanäle erschließt sich am
besten vom Wat Arun aus, dem „Tempel der Morgenröte“, einem der
schönsten Aussichtspunkte, die Alt-Bangkok zu bieten hat.
Fehlte nur noch ein Tempel der
Abendröte. Auf den jedoch musste die Stadt noch ein paar
Jahrhunderte warten. Nun erhebt er sich als „State Tower“ mit 65
Stockwerken über der Altstadt von Bangkok und reflektiert mit
seiner hellen durchbrochenen Steinverkleidung das Licht der
untergehenden Sonne. Dazu wird er gekrönt von einer goldenen
Kuppel, die ihm geradezu den Charakter eines Heiligtums
verleiht. Der Name „The Dome“ für diesen oberen Teil des
Gebäudes ist daher nicht aus der Luft gegriffen.
Was hier mit Hingabe verehrt wird
hat jedoch keinen religiösen Bezug. Vielmehr ist es der gute
Geschmack, dessen Fangemeinde sich an der „Sky Bar“ unter freiem
Himmel wie in einem Adlerhorst einfindet, um vor dem Dinner in
einem der hier untergebrachten Spitzenrestaurants noch einen der
berühmten Aperitifs zu genießen und im Licht der untergehenden
Sonne die immer klarer herauf flackernde Lichterflut der
Großstadt zu bewundern.
Wenn es hier oben einen alles
überragenden kulinarischen Höhepunkt gibt, dann ist es das „Mezzaluna“,
das zu eben diesem Neujahrsfest wiedereröffnet. Entsprechend
seinem neuen Konzept bietet das Restaurant nun
mediterran-asiatische Fusionsküche für anspruchsvolle Gaumen.
Und aus der Küche herbei gezaubert wird dies alles – wer hätte
das erwartet? – von zwei deutschen Köchen aus Berlin, den
Zwillingsbrüdern Matthias und Thomas Sühring. Ihre exquisite
Speisekarte verdeutlicht umgehend, welche Leckerbissen sie für
geeignet halten, die Gaumen ihrer anspruchsvollen Gäste zu
kitzeln.
Zum Beispiel mit Lamm aus dem Tal
der Rhone mit Petersilienwurzeln, Kapuzinerkresse und Quinoa.
Oder Lobster aus Nova Scotia mit Roter Bete, Cranberries,
eingelegten Zwiebeln und Treviso Radicchio. Jedes Gericht
serviert auf künstlerisch gestalteten unterschiedlichen Tellern
bei musikalischer Begleitung durch ein Streichquartett, wodurch
das Speisen im „Mezzaluna“ sich dem Status eines
Gesamtkunstwerks annähert.
Doch wo, bitteschön, bleibt im
Angebot die thailändische Küche? Dass die nicht zu kurz kommt,
zeigt die Kochschule im „Café Mozu“ etliche Stockwerke tiefer.
Hier werden Schüler durch Kochkurse beispielsweise in die
Geheimnisse der Meeresfrüchte-Suppe Tom Yang Goong eingeführt,
die aus der Thai-Küche nicht wegzudenken ist. Ein Gericht, das
als kulinarisches Markenzeichen sicherlich den guten Ruf der
thailändischen Küche mit begründet.
Eine Einschätzung, die auch Frank
Ziegler aus Straßburg, Executive Chef aller „lebua“-Restaurants
im „State Tower“ sofort unterschreiben würde. So befindet sich
Bangkok an dieser Stelle in der Tat auf dem Weg zur
kulinarischen Spitze. Und zweifellos würden in dieser luftigen
Höhe selbst die Götter speisen - hier auf dem thailändischen
Olymp des guten Geschmacks.
www.lebua.com |
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Kreuzfahrt unter
weißen Segeln
Seefahrtromantik
an Bord eines Großseglers
Von Dr. Bernd Kregel |
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Niemand,
dem nicht ein wohliger Schauer über den Rücken liefe, wenn an
Bord des Großseglers die Segel hochgehen und das Schiff unter
den Klängen von „Conquest of Paradise“ aufs abendliche Meer
hinaus gleitet. Es ist ein Erlebnis, das jedem unter die Haut
geht und stets neu imstande ist, ein intensives Glücksgefühl
herbeizuzaubern, das für die Zeit der gesamten Kreuzfahrt
anhält.
Ein Fotografen- und Autorenteam
hat dieses Glückserlebnis in einem großformatigen Bildband
festgehalten: Holger Leue als einer der angesehensten
Reisefotografen, Cord Christian Troebst als Journalist und
Buchautor sowie Susanne Driessle als freie Journalistin. Ihnen
ist ein Gesamtkunstwerk gelungen, das nicht nur die Kreuzfahrt
unter weißen Segeln beschreibt, sondern sie – besonders mit dem
einfühlsamen und zugleich ausdrucksstarken Bildmaterial –
romantisch überhöht.
Im Mittelpunkt stehen die drei
Schiffe der „Star Clippers“-Reederei, die schon seit einigen
Jahren den eindrucksvollsten Großseglern auf den Weltmeeren
zugerechnet werden. Es sind dies die beiden baugleichen
Viermast-Barkentinen „Star Flyer“ und „Star Clipper“, und vor
allem das fünfmastige Vollschiff „Royal Clipper“, ein Nachbau
der einstigen „Preußen“, die vor hundert Jahren nach einer
Havarie im Ärmelkanal unterging. Heute ist die „Royal Clipper“
mit mehr als 5000 Quadratmetern Segelfläche unangefochten das
größte Segelschiff der Welt.
Die Existenz der drei Großsegler,
so erfährt man in dem Buch, entsprang Ende des letzten
Jahrhunderts der Phantasie eines schwedischen Unternehmers, der
seine Seefahrtsträume mit ihnen in die Wirklichkeit umsetzte.
Und so ist es auch für die Passagiere nicht so sehr die Route,
auf die es während der Kreuzfahrt ankommt, sondern vielmehr sind
es die Schiffe selber, die mit ihrem historischen maritimen
Ambiente Gefühle freisetzen und die Zeit an Bord zu einem
unvergesslichen Erlebnis machen.
Die erste Hälfte des Buches folgt
den Schwesternschiffen „Star Flyer“ und „Star Clipper“ in deren
Kielwasser zunächst auf einer „blauen Reise“ durch die Antike zu
den schönsten Orten der Ägäis, zum Beispiel nach Ephesus, Rhodos
und Santorin. Wunderschön leuchten auf dem doppelseitigen Foto
die weißen Würfelhäuser der Inselhauptstadt Fira herunter, die
sich hoch droben an den Kraterrand anschmiegen.
Andere Beispiele sind die
asiatischen Gewässer, an deren Stränden sich fernöstlicher
Charme erschließt. Oder die Inselwelt von Französisch
Polynesien, Traumziele bei denen bereits die frühen Entdecker
Schwierigkeiten hatten, ihre Mannschaft wieder komplett an Bord
zu bekommen.
Der zweite Teil des Bandes ist der
prachtvollen „Royal Clipper“ vorbehalten. Überall ist sie der
Star, wenn sie unter vollen Segeln die Karibik oder das
Mittelmeer durchpflügt. Kaum vorstellbar, dass eine „Grande
Dame“ wie diese einst als Lastschiff den südamerikanischen
Salpeter in Höchstgeschwindigkeit ums Kap Hoorn herum nach
Europa transportieren musste. Und damit fernab war von jener
Romantik und Emotionalität, die heute das Schiff von allen
Seiten umgibt.
Zwischen den einzelnen
Schiffsreisezielen bietet das Buch wertvolle Kapitel über
historische Hintergründe, gewährt einen Blick hinter die
Kulissen und stellt legendäre Kapitäne vor, die ja stets zum
Windjammer-Abenteuer dazu gehören. Insgesamt ein Buch, das Seite
für Seite zum Genießen einlädt und dazu verleitet, selbst einmal
der Segelromantik an Bord eines Großseglers nachzuspüren.
Holger Leue, Cord Christian Troebst,
Susanne Drießle: „Unter Segeln um die Welt, Royal Clipper, Star
Clipper, Star Flyer“, 200 Seiten, ca. 350 Abbildungen, ISBN
978-3-7658-1682-6, EURO 49,90, Bucher,
www.bucher-verlag.de |

Gibt
es etwas Individuelleres als Urlaubsträume? Seit Auto, Bahn oder
Flugzeug uns überall hintransportieren können, haben sich auch die
Reiseangebote vervielfacht. Damit die Träume jedoch in Erfüllung gehen,
müssen die Angebote auch passen. Gerade wenn man seine Urlaubsreise
nicht in einem Reisebüro bucht, sondern individuell am heimischen
Computer zusammenstellt, lassen sich Restrisiken nicht vermeiden.Schon
schnell ergeben sich erste Zweifel, ob alle persönlichen Eckdaten
stimmen: Ist die ruhige Lage des Hotels richtig gewählt, oder wäre die
engere Anbindung an ein kulturelles Zentrum nicht günstiger gewesen?
Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis, oder fühlt man sich am Ende doch
über den Tisch gezogen? Besteht genügend individueller
Gestaltungsspielraum oder muss man sich einer ungewünschten
Gruppendisziplin unterwerfen?
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Gute Beratung wird bei Natascha Niederl groß geschrieben. |
Doch wie findet man das Angebot, das genau zu einem
passt? Diese Frage muss seit wenigen Jahren nicht mehr mit einem
hilflosen Achselzucken beantwortet werden. Denn inzwischen gibt es
mobile Reiseberater, die jedem nach seinen Wünschen und Möglichkeiten
zum Nulltarif aus der Verlegenheit helfen. Wie aber soll das
funktionieren?
Die Spurensuche führt, wie so oft, übers Internet.
Hier stößt man auf die Seite der "Take Off-Reisen", die den Suchenden
weiter leitet an die entsprechenden Gesprächsangebote in seiner
jeweiligen Region. Dreihundert Berater sollen es insgesamt sein, Leute
vom Fach, die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in einem
Reisebüro arbeiten können oder wollen und sich als Kleinunternehmer
zuhause selbstständig gemacht haben.
Ein Kontakt ist schnell hergestellt, zunächst per
E-Mail, dann telefonisch. Es meldet sich Natascha Niederl aus Wachtberg
bei Bonn, die bereitwillig erklärt, wie die Sache funktioniert. Nach
ihrem dreijährigen Erziehungsurlaub, so gesteht sie, sei es ihr
schwergefallen, weiterhin einer regelmäßigen Büroarbeit außer Haus
nachzugehen. Daher entschloss sie sich – auf ein entsprechendes Angebot
hin - von ihrer eigenen Wohnung aus als Reiseberaterin tätig zu werden.
Offenbar mit gutem Erfolg.
Inzwischen hat sich in ihrem ständig wachsenden
Kundenkreis herumgesprochen, welche Vorteile mit dieser persönlichen
Beratung verbunden sind. Denn die Beratungs- und Buchungsgespräche sind
an keine festen Bürozeiten gebunden, sondern werden frei vereinbart.
Dabei stehen ihr an ihrem Arbeitsplatz alle erforderlichen
Computerprogramme zur Verfügung, sodass sie auch auf ausgefallene
Reiseziele und –veranstalter Zugriff hat.
Das im Verlauf des Gesprächs wichtigste Stichwort ist
der Begriff der „Bedarfsermittlung“. Dahinter verbirgt sich ihre
ständige Frage, was wirklich zu dem Kunden passt: Was kennt er schon,
was gefällt ihm besonders und was will die Familie? Aus all den
Antworten schnürt sie dann ein Paket, das wie ein großer Wurf
unmittelbar auf den Kunden zugeschnitten ist.
Mit der Frage nach einer Reise in die Antarktis folgt
die Probe aufs Exempel: Sie soll stattfinden zum Jahreswechsel, soll
möglichst wenig kosten und doch angenehm und sicher verlaufen. Und dazu
soll sie – naturschonend – möglichst auch ökologischen Anforderungen
genügen. Kein Problem für Natascha, die die vorhandenen Angebote solange
abwägt, bis alle Gesichtspunkte zusammen passen.
Sicherlich eine Erleichterung für den potenziellen
Kunden. Denn der muss bei Zielen dieser Art nicht mehr hinuntersteigen
in die Niederungen des Buchungsalltags in einem Reisebüro oder am
heimischen PC. Vielmehr hat er – gegenseitiges Vertrauen vorausgesetzt –
die Gewähr, dass all die von ihm angeführten Kriterien auch tatsächlich
berücksichtigt und in das Gesamtpaket integriert wurden.
Auch als Beraterin, so gesteht Natascha, profitiert
sie von diesem Modell. Denn die entzerrte Bürozeit im Vergleich zu
früheren Jahren ist für sie von großem Vorteil. Und schließlich kann sie
sich bei ständiger häuslicher Anwesenheit auch voll um ihre Kinder
kümmern. Und zudem stehe sie mit wachsendem Kundenkreis auch finanziell
besser da als früher.
Auf Nachfrage wird sie konkreter: Nein, eine
zusätzliche Gebühr ihrer Kundschaft sei es nicht, von der sie lebe.
Vielmehr sei es ein Teil der im Reisepreis enthaltenen Gebühr, die jeder
Kunde ohnehin in einem Reisebüro bei seiner Buchung zu entrichten habe.
Ein prozentual festgelegter Satz, der selbst dann anfalle, wenn die
Buchung direkt beim Veranstalter erfolge.
Insgesamt also ein Modell, dessen Vorteile sich beim
Kunden längst herumgesprochen haben. Zum Vorteil auch für die
Reisebranche, die mit persönlichen Reiseberatern nun ein neues Tor zum
Reisemarkt aufgestoßen hat.
www.takeoff-reisen.de
natascha.niederl@takeoff-reisen.de

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