|
zur anspruchsvollen Unterhaltung und Kunst! |
|
|
|
-----------------------------------------------------------------------
|
Die Macht der Musik Mit Wagners „Ring“ zur Expo nach Shanghai Dr. Bernd und Cecilie Kregel im Gespräch mit dem Kölner Generalmusikdirektor und Gürzenich-Kapellmeister Markus Stenz |
|
Eine der größten Überraschungen aus deutscher Sicht stellt jedoch die chinesische Einladung an die Stadt Köln dar, in diesem Zusammenhang – gleichsam als Höhepunkt des künstlerischen Rahmenprogramms - Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ in Shanghai aufzuführen. Jenes monumentale Gesamtkunstwerk in vier Aufführungsteilen mit der stattlichen Anzahl von mehr als dreihundert Mitwirkenden.
Diese Einladung, so macht Markus Stenz (Foto), Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Kapellmeister des Kölner Gürzenich-Orchesters deutlich, ist erwachsen aus einer drei Jahre zurück liegenden erfolgreichen Konzertreise mit seinem Orchester nach China. Bereits im März 2008 erhielt Kulturdezernent Prof. Quander dann die offizielle Einladung zu dem Gastspiel. Sicherlich eine Gelegenheit mit Ausnahmecharakter, die sich so schnell nicht wieder bietet. Denn Wagners „Ring des Nibelungen“ wird zudem das erste Mal überhaupt in der chinesischen Metropole aufgeführt.
Mit Spannung wird die Reaktion des Publikums auf die Shanghai-Premiere erwartet. Kein Werk in der Opernliteratur entwickle eine ähnlich hypnotische Wirkung wie Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Und mehr noch als die einzelnen Handlungsstränge in Wagners Libretto wirke die Macht der Musik. Dies habe sich auch im frenetischen Kölner Schlussapplaus gezeigt, besonders im Anschluss an die „Walküre“ und die „Götterdämmerung“. Man hatte den Eindruck, dass das Kölner Publikum auf einer tiefen, v.a. musikalisch-emotionalen Ebene berührt werde. Und genau dieses tiefere Verständnis erschließt sich sicher auch dem Publikum in Shanghai. In jener Metropole, die als Schmelztiegel erwachsener und neugieriger Kultur vielen anderen an Dynamik und Aufgeschlossenheit weit voraus sei. Für ihn gebe es gegenwärtig „keinen magnetischeren Ort als Shanghai“.
Es ist die bereits bewährte Inszenierung von Robert Carsen, die neben der Untugend des Machtmissbrauchs vor allem die Gier aufs Korn nimmt. Jene Fehlhaltung des Menschen, den die Gesetze der Natur gleichgültig lassen, selbst wenn er damit seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört. Es sind die universellen Themen wie der Umgang mit Macht und Ressourcen, Verantwortung und Verantwortungslosigkeit, Verrat und Meineid, die in Robert Carsens Produktion bildgewaltig gezeigt werden. Und dennoch lässt Carsen selbst noch in der „Götterdämmerung“ Raum für die Hoffnung auf einen Ausweg in eine lebenswerte Zukunft.
Ein Riesenprojekt solchen Zuschnitts hat natürlich auch seinen Preis. Zum Glück seien Rücklagen aus früheren Zuwendungen der Stadt Köln vorhanden, und auch die chinesische Seite sei in finanzieller Hinsicht sehr entgegenkommend. Und es ist nicht allein der „Ring“, der in dem Einladungspaket enthalten ist. Hinzu kommen mehrere Aufführungen des neuen Kölner „Don Giovanni“ sowie zusätzliche Orchesterkonzerte. „Nie mehr wird es ressourcenfreundlicher, ein so umfangreiches Gastspiel durchzuführen.“
Mitte September ist es dann soweit. Am 16.-19.9 und am 21.-24.9. kommen die beiden Zyklen des „Rings“ im Grand Theatre von Shanghai zur Aufführung, einem der repräsentativsten Gebäude der Stadt. Erbaut von dem französischen Architekten Charpentier in Form eines prächtigen Kristallpalastes mit weit ausladendem Dach, trifft es – speziell mit seinen nächtlichen Lichteffekten – östlichen und westlichen Geschmack in gleicher Weise. In der Tat ein angemessener Ort für ein außergewöhnliches Programm!
Danach steht Mozarts „Don Giovanni“ in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg auf dem Programm. Dieses Mal im National Center for the Performing Arts in Peking vom 29.9.-1.10. Und abschließend das Eröffnungskonzert des Macao International Music Festival im Macao Cultural Center am 3.10.2010.
Und sind bei dieser Vielfalt der Auftritte bereits auch entsprechende Gegenbesuche der chinesischen Seite in Köln geplant? Mit dem betretenen Neuland müsse man sich erst langsam vertraut machen. Vielleicht jedoch würden China-Tourneen in beide Richtungen eines Tages zum Alltag des Klassik-Marktes gehören.
Nun jedoch, am Ende der Spielzeit, gelte es erst einmal, die Theaterpause zu nutzen, um sich anschließend mit frischen Kräften in den Fernen Osten auf den Weg zu machen. Ist es eher die musikalische Abenteuerlust oder die organisatorische Aufbruchstimmung, die da aus Markus Stenz hervorblitzen? So bleibt am Ende des Gesprächs noch der Wunsch für einen ebenso großen Erfolg in den chinesischen Konzertsälen wie in der heimischen Kölner Oper. |
|
--------------------------------------- Die Gier nach dem Gold Wagners „Ring“ in der Kölner Oper Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel
|
||||||||
|
Weihevoll beziehen die Blaublütigen ihre neue Immobilie. Ohne Eigenkapital hatte Göttervater Wotan sie in Auftrag gegeben und dabei darauf spekuliert, dass ihm der Coup, notfalls mit List und Tücke, gelingen werde. Er, der Hüter der Verträge, setzt auf windige Geschäfte und schreckt dabei nicht zurück vor brutaler Gewalt. Moral? Fehlanzeige! Verantwortung? Keine Spur! Nur die Gier nach dem Gold und der Macht treiben ihn an. Koste es, was es wolle. Nie war er so aktuell wie heute: Wagners „Ring“ mit seiner Analyse der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. So gewinnt die bewährte Kölner Inszenierung von Robert Carsen bei ihrer gegenwärtigen Wiederaufnahme eine unverhoffte Brisanz. Sind mit dem Einzug in Walhall die zurück liegenden Probleme gelöst? Oder bricht doch noch eine zerstörerische „Götterdämmerung“ herein, die alles und alle mit hineinreißt in den Strudel des Abgrunds? Eine apokalyptische Vision, von Kapitalismus-Kritiker Wagner sicherlich nicht unbeabsichtigt und bei der gegenwärtigen Finanzkrise vom Gegenstand her nicht grundsätzlich auszuschließen. Allen voran Obergauner, pardon: Obergott Wotan, überzeugend dargestellt von Greer Grimsley. Stimmlich bestechend, überzeugt er, selbst gefangen im Labyrinth widriger Umstände, an allen Fronten, die sich für ihn auftun. So im Streit mit Ehefrau Fricka (Dalia Schaechter), die ihn nachdrücklich zum Kompromiss zwingt, wenn sie – wie im Fall von Siegmund und Sieglinde – ihren Zuständigkeitsbereich als Hüterin der Ehe unterlaufen sieht. Aus diesem Streit entwickelt sich auch der Konflikt mit seiner Lieblingstochter Brünnhilde, die den von Flicka erzwungenen halbherzig erteilten Befehl ihres Vaters nicht ausführt und Siegmund im Zweikampf mit Hunding (Mikhail Petrenko) schont. Äußerst überzeugend als Brünhilde Evelyn Herlitzius, die als außergewöhnlich jugendlich wirkende Walküre die frenetischen Beifallsbekundungen des Publikums auf sich zieht. Und schließlich die Auseinandersetzung mit Alberich (Oliver Zwarg), dem gegenüber sich Wotan wegen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Position zu nichts verpflichtet weiß. Auch Alberich, der stets Gedemütigte, ist allzeit bereit, kräftig auszuteilen: Rücksichtslos gegenüber den Rheintöchtern (Jutta Böhnert, Regina Richter, Katrin Wundsam) unterwirft er sich seinen Bruder Mime (Martin Koch) und behandelt seine Untergebenen wie Arbeitssklaven (Leitung Statisterie: Martina Pohl). Nur der gerissene Loge (Carsten Süß), mit alle Wassern gewaschen, schwebt mit seinen Ratschlägen zwischen den Fronten und weiß listigen Rat selbst dann, wenn Obergott Wotan mit seinem Latein am Ende ist. So geht die kriminelle Beschaffung des Goldes zur Entlohnung der ungeschlachten Walhall-Erbauer Fafner (Ante Jerkunica) und Fasolt (Kurt Rydl) zurück auf seine Anregung – womit sich der Kreis zum gegenwärtigen skrupellosen Umgang mit fremden Kapital schließt. Und womit sich der „Ring des Nibelungen“ als Symbol für den Kreislauf der ewigen Gier wieder einmal bewährt hätte. Insgesamt eine Inszenierung wie aus einem Guss (Bühne und Kostüme: Patrick Kinmonth) unter der musikalischen Leitung des Kölner Generalmusikdirektors Markus Stenz, der äußerst engagiert sein Gürzenich-Orchester zu schlanker und durchsichtiger Wagner-Wiedergabe inspiriert. Auch ihm gelten die Standing Ovations, mit dem sich das Publikum für die großartige Gesamtleistung bedankt. Und die ist gegen Ende der laufenden Spielzeit zugleich eine Generalprobe. Denn im September wird die gesamte Kölner „Ring“- Produktion in Shanghai anlässlich der dortigen Weltausstellung mit nahezu fünfhundert Mitwirkenden als ein nicht zu überbietender Kultur-Höhepunkt zur Aufführung gebracht. Zusammenprall der Kulturen oder gemeinsame Kapitalismus-Kritik im Zeitalter der Globalisierung? Oder sogar die ebenfalls in der Inszenierung enthaltene Naturverantwortung als zentrales Thema? Auf die chinesische Reaktion darf man gespannt sein. Zu wünschen bleibt dem Kölner Opernensemble eine erfolgreiche Aufführung in Fernost. Loge, so heißt es, sei den Anderen bereits voraus geeilt. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
|
Fotos: Brigitte Maria Mayer |
![]() Passionsfieber in Oberammergau Neue Akzente in einem alten Spiel Von Dr. Bernd Kregel Hoch aufgerichtet steht er da, eine stattliche Figur durch und durch - der Hohepriester Kaiphas. In seinem langen weißen Gewand und zusätzlich überhöht durch eine imponierend aufragende zylindrische Kopfbedeckung, füllt er die fünfzig Meter breite Bühne mit seiner Präsenz und zieht dadurch wie selbstverständlich die Blicke der fünftausend Zuschauer auf sich. Denn mit dem Hohen Rat hinter sich und dem Statthalter Pontius Pilatus vor sich kämpft er wie ein Löwe gegen den unscheinbaren „Wanderprediger“ Jesus von Nazareth, der ihm beim Ringen um die Sympathiewerte im Volk bereits gefährlich nahe gekommen ist. Mit bürgerlichem Namen heißt Kaiphas jedoch Anton Preisinger. Und normalerweise stehen nicht die religiösen und machtpolitischen Belange von Jerusalem im Mittelpunkt seines Interesses. Vielmehr sind es die Gäste seines renommierten Hotels in der Dorfstraße von Oberammergau, dem er in langer Traditionskette als Juniorchef vorsteht. Schon sein Vater Anton spielte bei früheren Aufführungen eine gewichtige Rolle. Und ebenso sein Großvater, ebenfalls Anton, der als Jesus-Darsteller des Jahres 1960 längst Eingang gefunden hat in den Oberammergauer Passionsspiel-Olymp. Nun wartet bereits ein Anton Preisinger der vierten Generation auf seinen Einsatz bei der nächsten Aufführung im Jahr 2020. Wie bei den Preisingers verhält es sich in vielen Familien der von hohen Bergen umrahmten bayerischen Gemeinde an der Ammer. Hier vererbt sich nicht nur das Kunsthandwerk des Holzschnitzens vom Vater auf den Sohn, sondern auch die Schauspielkunst von einer Generation auf die andere. Eine Tradition, die zurück reicht in das Jahr 1633. In jene Zeit, als im Dreißigjährigen Krieg die Dorfbewohner in der Hoffnung auf gnädige Errettung vor der Pest das Gelübde ablegten, regelmäßig Passionsspiele aufzuführen. Ein Versprechen, an das man sich in Oberammergau nun schon seit Jahrhunderten gebunden weiß, in diesem Jahr bereits zum 41. Mal. So ist es heute nicht mehr die Pest, die die Menschen ansteckt, sondern vielmehr das Fieber der großen gemeinsamen Aufgabe, das hier von den Dorfbewohnern Besitz ergreift. Zweitausend Mitwirkende sind es auch in diesem Jahr. Nicht mitgerechnet all jene, wie zum Beispiel David in seinem Studio nahe der Stadtkirche Peter und Paul, der weder in Oberammergau geboren wurde noch die Mindestwohnzeit von zwanzig Jahren vorweisen kann. „Beim nächsten Mal“, so gesteht er mit leuchtenden Augen, sei er „auf jeden Fall dabei“. Wer bereits in diesem Jahr dazu gehört, den erkennt man unschwer an seinem Bart und an den lang gewachsenen Haaren, die für den Bühnenauftritt unbedingt dazu gehören – selbst wenn die Bärte, wie es heißt, in alten Zeiten noch mächtiger und prächtiger die Gesichter der Schauspieler überwucherten. Sicherlich hat sich der Geschmack über die Jahrzehnte hinweg geändert. Aber haben es auch die Erwartungen des Publikums, das in einer Anzahl von mehr als einer halben Million bis in den Oktober hinein jeweils sechs Stunden lang die Passionsgeschichte durchlebt und durchleidet? Noch immer ist es die Einmaligkeit der Handlung, die bereits seit dem frühen Mittelalter die westliche Kultur geprägt hat und dadurch im kollektiven Unbewussten des christlichen Abendlandes fest verankert ist. Zugleich aber ist es das Rätselhafte, ja Mystische, das sich einer schnellen Erklärung entzieht und gerade aus diesem Grund in die Tiefenschichten des Einzelnen vordringt, sei er nun gläubig oder nicht. „Spielleiter“ Christian Stückl, der bereits als jüngster Regisseur Einzug hielt in die Passionsspiel-Annalen, setzt im Hinblick auf ein modernes Passions-Verständnis eigene Akzente. So vermeidet er gezielt den traditionell im Stück angelegten Antisemitismus. Vielmehr verlegt er den Hauptkonflikt anschaulich hinein in das Judentum der damaligen Zeit. In die Auseinandersetzung um die Person Jesu, ausgetragen durch die Hauptgegenspieler Kaiphas und Nikodemus. Ein spannender Streit, wie man ihn in dieser Ausführlichkeit und Intensität nirgendwo sonst jemals miterlebt hat. Ein thematischer Schwerpunktwechsel betrifft auch die Person Jesus selbst. Der ist natürlich, bei aller schauspielerischen Zurückhaltung seines Darstellers Frederik Mayet, immer noch die Hauptfigur der Passionsgeschichte. Doch er präsentiert sich nicht mehr wie bei früheren Aufführungen zunächst als der zornige junge Mann, der mit Gewalt die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel treibt. Vielmehr führt er sich ein als charismatischer Lehrer, der mit seinen spektakulären Seligpreisungen den inhaltlichen Rahmen seiner Botschaft vorgibt und damit die Voraussetzung schafft für die kontroversen Positionen. So liegt der Focus für Spielleiter Christian Stückl nicht mehr so sehr auf dem Opfertod Jesu und der daraus sich ableitenden Rechtfertigung des Sünders, selbst wenn die Kreuzigungsszene in ihrer dramatischen Anschaulichkeit zu den Höhepunkten der Aufführung gehört. Vielmehr ist es die Lehre Jesu vom Reich Gottes verbunden mit dem alle Gesetzlichkeit überragenden Liebesgebot, die sich wie ein roter Faden durch das Stück hindurch zieht. Ein besonderer Coup gelingt Stückl auch mit der Verlegung des zweiten Aufführungsteils in die Abendstunden hinein. Bereits in der Vorpremiere wird deutlich, wie die Dunkelheit mit sparsam gesetzten Lichteffekten der Handlung eine größere Überzeugungskraft abgewinnt als das Tageslicht. Neutralisierend im bewegten Handlungsablauf wirkt mit seiner liturgischen Schlichtheit der Chor, der wie in der griechischen Tragödie mit seinen kommentierenden und meditativen Einschüben die Schwerpunkte des Geschehens reflektiert. Umso aufgebrachter wirken dagegen die Szenen mit dem Volk. Besonders dann, wenn es sich, manipuliert durch die Priesterschaft, hinein steigert in ein mit seiner Dramatik kaum zu überbietendes „Kreuzige!“, wodurch das noch wenige Stunden zuvor mit Begeisterung herausgerufene „Hosianna!“ mit noch größerer Lautstärke gleich wieder beiseite gefegt wird. Bei einem solchen „Passionsfieber“ sind die größten und weltweit bekanntesten Passionsspiele zweifellos auch auf Zukunft hin angelegt. Denn wer wollte bestreiten, dass selbst in kirchenkritischen Zeiten eine zeitgemäße Auslegung des christlichen Passionsgeschehens auch weiterhin interessierte Zuschauer in ihren Bann zieht? |
|
|
|
|
Fotos von Paul Leclaire |
|
Ein Pater verliebt sich in eine ihm anvertraute Zwölfjährige. Und sie sich in ihn – eine verbotene Liebe, die entdeckt wird und Bestrafung nach sich ziehen muss. Das gegenwärtig durch aktuelle Anlässe äußerst geschärfte Gerechtigkeitsempfinden müsste sich bestätigt sehen. Und dennoch schlägt die Geschichte von Gabriel Maria Marquez dem Zeitgeist ein Schnippchen. Sie ist die Handlungsgrundlage der im Jahr 2008 in Glyndebourne uraufgeführten Oper „Love and other Demons“ des modernen ungarischen Komponisten Peter Eötvös, die nun auch im Rahmen der „Musiktriennale Köln 2010“ unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Markus Stenz in der Kölner Oper ihre Premiere feierte. Gemessen an den Beifallsstürmen des Premierenpublikums sicherlich eine der interessantesten und herausragendsten Produktionen dieser Spielzeit. Im Mittelpunkt der Handlung steht die zwölfjährige Sierva Maria, um die herum sich in der magisch geprägten kolumbianischen Welt des 18. Jahrhunderts das Gerücht verdichtet, besessen zu sein. Father Caetano Delaura, vom Bischof beauftragt, die Dämonenaustreibung vorzubereiten, ist bereits auf den ersten Blick geradezu besessen von einer Liebe zu ihr, aus deren Labyrinth heraus es für ihn kein Entrinnen mehr gibt. Doch im Unterschied zur heutigen kritischen Einstellung gegenüber Verfehlungen solcher Art, ruht die Sympathie des Publikums auf dem Liebespaar. Es ist eine Beziehung zwischen kindlicher Unbefangenheit und körperlichem Ausgeliefertsein, die in ihrer Vielschichtigkeit von Anna Palimina als Sierva Maria und Miljenko Turk als Father Caetano Delaure in jeder Phase der hochdramatischen Situation bis hin zum bitteren Ende sensibel und menschlich nachvollziehbar durchdekliniert wird. Dagegen die kirchliche Autorität in der Person des Bischofs Don Toribio, der die angeblich sündhafte Beziehung nach deren Entdeckung augenblicklich und rücksichtslos beendet. Denn für ihn geht es hierbei nicht nur um sinnliche Lust, sondern vielmehr um übersinnliche dämonische Kräfte, die es zu bannen gilt, koste es was es wolle. Unglaublich überzeugend in dieser exorzistischen Rolle der stimmmächtige Vladimiras Prudnikovas, der zugleich die tragische Verfangenheit seiner Person in der kirchlichen Dogmatik jener Zeit zum Ausdruck bringt. Hochkarätig besetzt auch die Rolle des Don Ignazio, des Vaters von Sierva Maria, durch René Kollo. In seiner Person verdichtet sich das menschliche Leiden sichtbar und hörbar bis hin zur Unerträglichkeit. Gilt es doch für ihn, den Tod der geliebten Ehefrau, den vermeintlichen Aberglauben sowie die angebliche Besessenheit seiner Tochter zu beklagen. Unübertroffen der sensible Vollzug ihrer Beisetzung allein durch die Bewegung zweier Fingerspitzen, wodurch das Streuen von Erde auf den toten Körper angedeutet wird. Überaus intensiv im Vortrag und in der schauspielerischen Umsetzung auch Dalia Schaechter, die sich in der Rolle der Äbtissin Josefa Miranda schließlich stellvertretend für das kindliche Opfer den sie umgebenden Dämonen überantwortet. Begeisternd auch Adriana Bastidas Gamboa als Martina Laborde, die gefangen und schuldbeladen wegen einer früheren Verfehlung wie ein Irrlicht durch das Frauenklöster geistert. Höchst überzeugend nicht zuletzt auch Jovita Vaskeviciute als die eingeborene Dienerin Dominga de Adviento sowie John Heuzenroeder als der freigeistige Arzt Abrenuncio, der dem zerstörerischen Dämonenglauben in kritischer Distanz und dennoch hilflos gegenüber steht. In Höchstform schließlich das Gürzenich-Orchester und der Chor der Oper Köln, die sich unter der engagierten Leitung von Markus Stenz in Anwesenheit des Komponisten offensichtlich bewusst sind, mit den teils ungewohnten Klängen moderne Musikgeschichte vorzutragen. Bei einem Bühnenbild und bei Kostümen von Helmut Stürmer, die mit einfachen Mitteln dennoch überzeugend wirken und dazu beitragen, die Inszenierung von Silviu Purcarete in den Status eines Gesamtkunstwerks erheben. Weitere Vorstellungen: Do 06. Mai, Sa 08. Mai, Mi 12. Mai, So 16. Mai, Mo 24. Mai 2010. |
Gefeierter „Rosenkavalier“ in Köln Glanzvoller Auftritt von Dame Kiri Te Kanawa Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel |
|
|
|
| Foto: Paul Leclaire |
Foto: John Swannell |
|
Die Parallelität der Situation ist unübersehbar. Auf der einen Seite die Marschallin, die im Überschwang des nächtlichen Liebesabenteuers mit Octavian bei Wahrnehmung ihres eigenen Alters in einem plötzlichen Gefühlsumschwung die Zeit als ein „sonderbar Ding“ reflektiert: „Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie.“ Auf der anderen Seite die Interpretin der Marschallin, die neuseeländische Star-Sopranistin Dame Kiri Te Kanawa. Als Tochter eines Maori-Vaters und einer irischen Mutter führte eine großartige Opernkarriere sie schnell ganz weit nach oben auf die großen Opernbühnen der Welt. Mehrere Jahrzehnte lang arbeitete sie dort zusammen mit den besten Orchestern und Dirigenten – ein Werdegang, der sich unter künstlerischem Gesichtspunkt wohl kaum noch steigern lässt. Nun aber werden Vermutungen laut, die Künstlerin habe ihre drei Bühnenauftritte in der Kölner Oper bewusst gewählt, um sich aus der internationalen Opernwelt musikalisch zu verabschieden. Ein Entschluss, der bei ihrer geradezu liebevollen Verbundenheit mit dem Kölner Opernpublikum über die Jahre hinweg auch sofort einleuchtet. Und doch ist es vorerst nur eine Pressemitteilung, die von der Sängerin nicht bestätigt wird. Was sollte es – ähnlich wie bei der Marschallin – schon schaden, sich für alle Fälle ein Hintertürchen offen zu halten? So endet die erste der beiden Kölner „Rosenkavalier“-Aufführungen in einem wahren Triumph. Fast so, als wollten ihre Verehrerinnen und Verehrer mit ihren anhaltenden Beifallskundgebungen sie nicht allein für ihre einfühlsame sängerische Leistung sowie ihre geradezu unglaubliche Bühnenpräsenz belohnen. Hier legt sich vielmehr der Eindruck nahe, als fordere man sie indirekt auf, allen Gerüchten um ein baldiges Ende ihrer Karriere doch energisch entgegen zu treten. Doch auch die anderen Interpreten haben ihren Anteil am glänzenden Erfolg dieses Abends. Vorneweg der Isländer Bjarni Thor Kristinsson als Baron Ochs auf Lerchenau. Mit seiner lüsternen Dreistigkeit setzt er einen gelungenen Kontrapunkt zu der Marschallin, die im Gegensatz zu ihm natürlich genau weiß, was sich für eine Standesperson schickt. Je mehr er sich in den Sumpf der Geschmacklosigkeiten verheddert, umso größer ist schließlich auch die unvermeidbare Blamage, der er sich jedoch lautstark und selbstgerecht zu entziehen weiß. Besonders an seiner Person wird deutlich, mit welcher psychologischen Akribie Hugo von Hofmannsthal die einzelnen Charaktere seiner Textvorlage ausleuchtet. Dies trifft auch zu auf Octavian (Claudia Mahnke) und Sophie (Jutta Böhnert), die sich nach all den Irrwegen der Handlung schließlich in einem wunderschön vorgetragenen Duett ihre Liebe eingestehen und damit die Marschallin und den Baron als Partner hinter sich zurück lassen. Überzeugend auch Sophies Vater, der aufstiegshungrige und karrieresüchtige Herr von Faninal (Jan Buchwald), der sich als düpierter Schwiegervater dann aber doch stimmgewaltig in sein Schicksal fügt. Der Dank des Publikums gilt natürlich auch dem Gürzenich-Orchester Köln und seinem Gastdirigenten, dem Schweden Patrik Ringborg. Als Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel gab er mit diesem „Rosenkavalier“ sein Hausdebüt an der Oper Köln. Mit starker Präsenz und musikalischem Feingefühl empfahl sich der noch sehr junge Dirigent nicht nur als Strauß-Interpret, sondern auch für weitere Einladungen des Hauses. Insgesamt eine „runde“ Inszenierung von Günter Krämer, dem langjährigen Generalintendanten der Kölner Bühnen und dazu ein Opernabend, der nicht nur Maßstäbe setzte, sondern auch der Dame Kiri Te Kanawa den Rückzug von der Opernbühne – wenn er denn kommen sollte – zweifellos erleichtert haben dürfte. „In diesem Sinne: Farewell Dame Kiri! And: Da capo!“ Diesen guten Wünschen aus dem Programmheft ist nichts hinzuzufügen. Weitere Konzertabende mit Kiri Te Kanawa: „Der Rosenkavalier“, Sa,17.4.10, 18.30 Uhr und „Liederabend“, Sa, 24.4.2010, 19.30 Uhr, Kartentelefon 0221-22128400. |
|
Klavierakrobatik auf schwingendem Flügel Steinway-Artist Joja Wendt in musikalischem Höhenflug Von Dr. Bernd Kregel |
||
„Das Beste am Klavier“ will Entertainer Joja Wendt dem Publikum in seinem neuen Soloprogramm bieten. Ein Konzert mit dem Anspruch, nicht nur unterhaltsam, kurzweilig und abwechslungsreich zu sein, sondern darüber hinaus auch atemberaubend virtuos. Die Wahl seiner Stücke orientiert sich dabei allerdings nicht an allgemeinen Kriterien, sondern entpuppt sich als subjektive Auswahl mit biografischen Zügen: all jene Erfolgsstücke, die den begeisterten Musiker auf seinem Weg zum Starpianisten begleitet haben oder einen Bezug herstellen zu einer seiner bisherigen Lebensphasen. Der musikalische Bogen spannt sich dabei vom klassischen Repertoire über den Jazz bis hin zum Boogie Woogie – ein Abend füllender Parcours, den Wendt bei aller erforderlichen Virtuosität spielerisch mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit meistert. Bis hin zu den vom Schwierigkeitsgrad her „unspielbaren“ Carmen-Variationen, die Vladimir Horowitz viele Jahre lang für sich allein gepachtet zu haben schien. Und hier zieht nun mit perfekter Anschlagtechnik und nahezu unvorstellbarer Geläufigkeit einer seiner Bewunderer scheinbar mühelos an ihm vorbei. Nicht minder versetzen die virtuos vorgetragenen Jazzpassagen nach dem Vorbild von Art Tatum, Oscar Peterson und Teddy Wilson sowie Dave Brubecks mit vollem Körpereinsatz vorgetragenes „Take Five“ das Publikum in Erstaunen. Denn auf einer großen Leinwand im Bühnenbereich kann es jederzeit mitverfolgen, in welchem Geschwindigkeitsrausch die Finger über die 88 Tasten huschen, die Hände dabei teils parallel, teils überkreuzt. Bei Rimski-Korsakows „Hummelflug“ versagt bei geradezu unfassbarer Hand-Akrobatik die Kamera, die bei dieser Geschwindigkeit nicht mehr in der Lage ist, die Konturen der wirbelnden Hände einzufangen. Und selbst dabei lässt Wendt die Gelegenheit nicht aus, im Publikum für Heiterkeit zu sorgen, als sich plötzlich Rauchschwaden aus dem Flügel heraus verbreiten. Schnell wird jedoch klar, dass dieser Effekt nicht ausgeht von überhitzten Klavier-Anschlaghämmern, sondern vielmehr von einer unsichtbar installierten Nebelmaschine. Auch sonst lässt Wendt keine Gelegenheit aus, mit Witz und hanseatischem Charme im Publikum für Stimmung zu sorgen. Als er beispielsweise seinen auf hydraulischen Stelzen ruhenden Steinway-Flügel zu einem klapprigen und unberechenbar schwankenden VW-Bus umfunktioniert, in dem er früher einmal – beladen mit einem Klavier – bei jugendlichem Leichtsinn die Alpen in Richtung Italien überquerte und dabei offensichtlich ohne Schieben nicht auskam. Oder als er sich bei Gershwins „Rhapsody in Blue“, ohne den Spielfluss zu unterbrechen, um 180 Grad dreht und in Rückenlage selbst virtuose Passagen weiterspielt. So etwas schaffte vor ihm angeblich nur Wolfgang Amadeus Mozart, als er am Kaiserlichen Hof in Wien sein außergewöhnliches Können demonstrierte. Aber Wendt kann es auch im Stehen, mit den Fäusten und – unglaublich genug – sogar mit der Nase. Und stets hat er dabei den Schalk im Nacken, der seine Wirkung auf das begeistert reagierende Publikum nicht verfehlt. Spätestens bei Isaac Albéniz’ „Asturias“ reißt es die Zuhörer mit lautstarkem Applaus von den Stühlen, als seine Finger als graue Schatten zu einer einzigen Bewegung verschmelzen und er, um einen Banjo-Effekt zu erzielen, mit den Händen in den Kasten seines Flügels hineingreift. Optisch wird er bei alldem unterstützt von einer phantasievollen Lichtregie, die bei einer Zigeunermelodie mal kurz ein stimmungsvolles Lagerfeuer an die Bühnenwand zaubert oder als „Albtraum eines Pianisten“ in kontrastierendem Schwarzweiß die ihn umgebende Kulisse in eine verunsichernde Schwingung versetzt. Als eine der größten Überraschungen des Abends dient jedoch ein angebliches rumänisches Volkslied, dessen unverständlichen Dreizeiler Wendt mit seinem Publikum in einer fremdartig anmutenden Melodie einstudiert. Beim Abspielen des auf Tonträger gespeicherten Ergebnisses vom Ende her entpuppt sich das Ganze jedoch völlig überraschend als Schillers „Ode an die Freude“ aus Beethovens Neunter. Hat der große Komponist aus Bonn etwa gemogelt? Egal. Denn im Mittelpunkt des Erlebnisses steht ein Abend, der sich mit Originalität und hohem Unterhaltungswert nahtlos einfügt in die seit fast einem Jahrzehnt im Bonner Opernhaus veranstaltete Reihe „Quatsch keine Oper“, die noch in dieser Spielzeit mit weitern Höhepunkten aufwartet. Es folgen Paul Panzer (10.4.), Hagen Rether (15.5.), Andreas Vollenweider (18.6.) sowie Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen (20.6.) Tel. 0228-778008. |
|
Himmlische Dissonanzen Das Kölner Gürzenich-Orchester interpretiert Wagner und Messiaen Von Dr. Bernd und Cecilie Kregel |
![]() |
![]() |
|
Fotos: Markus Hoffmann (links) und Catrin Moritz (rechts) |
|
Was schmerzt mehr als eine verbotene Liebe, die unerfüllt bleiben muss? Richard Wagner und Mathilde Wesendonck können gleich fünf Lieder davon singen. Denn beide sind schon verheiratet und ihr sehnsüchtiges gegenseitiges Verlangen bleibt daher unbefriedigt. Nur in den „Wesendonck-Liedern“ finden sie zusammen, zu denen sie die Texte und er die Musik beisteuert. Ursprünglich entstanden als „Fünf Gedichte für Frauenstimme und Klavier“, schuf Felix Mottl später eine Orchesterfassung, die dem von Wagner intendierten Charakter der unerfüllten Sehnsucht ohne Abstriche gerecht wird. So auch die Gesangssolistin des Konzerts in der Kölner Philharmonie, Nancy Weißbach, die die gefesselten Emotionen bis hin zur Todessehnsucht mit gezügelter Inbrunst zum Ausdruck bringt. Zum Beispiel in „Stehe still!“ beim Kampf mit der hektisch voraneilenden Zeit, der sie im „selig süßen Vergessen“ alle Liebeswonnen abtrotzen möchte. Und doch waren die „Wesendonck-Lieder“ für Wagner kein Selbstzweck. Vielmehr betrachtete er sie, besonders die Teile „Im Treibhaus“ und „Träume“ als Vorstudien zu „Tristan und Isolde“, seiner Oper über die zwei Liebenden, die in ähnlich schicksalhafter Verstrickung miteinander verwoben sind bis hin zum Liebestod als letzter Vollendung. Bereits in der Konzerteinleitung, dem Vorspiel zu „Tristan und Isolde“, wird deutlich, dass Wagner die geradezu unerträgliche Spannung der Handlung musikalisch mit dem Überschreiten der traditionellen Tonalität zum Ausdruck bringt. Gleich zu Beginn in einer Tonfolge, die einmündet in den berühmten „Tristanakkord“, den Oboe, Englischhorn, Klarinette und Fagott des Gürzenich-Orchesters in geradezu schmerzlicher Begleitung wunderbar umhüllen. Und dabei – von Wagner so gewollt – die Dissonanzen nicht auflösen sondern perpetuieren. Wird dadurch gar das Schmerzhafte der unerlösten Beziehung durch bisher in der Musikgeschichte nicht gehörte Klänge in eine überirdische Sphäre transponiert? Genau an diesem Punkt überschneiden sich die Werke Wagners und Messiaens, dem die zweite Hälfte des Konzerts gewidmet ist. Und der sich in der Nachfolge „Tristans“ ebenfalls vor Dissonanzen nicht scheut. Doch wo Wagner im „Liebestod“ die Wirklichkeit lediglich transzendiert, da macht Messiaen die Religiosität geradezu zur Kompositionsgrundlage. So in seinem Werk „L’Ascension (Die Himmelfahrt). Vier Meditationen für Orchester“. Eine ansteigende melodische Folge im ersten Satz verdeutlicht die Geste des Bittens, die gleichsam den Kontakt zum Göttlichen herstellen soll. Im zweiten Satz dagegen dominiert ein jubelndes Halleluja, angestimmt von den Bläsern, die mit Obertönen und hohen Frequenzen die Annäherung an das Licht zum Ausdruck bringen. Erst dann folgen die Geiger, die den Boden vibrieren lassen und damit den Blick zurücklenken zur Natur. Diese begegnet vor allem als Vogelgezwitscher, von Messiaen akribisch auskomponiert und von Englischhorn, Oboe und Klarinette wundervoll ausgestaltet. Und dann im dritten Satz ein weiteres, fanfarengleich von den Trompeten vorgetragenes Halleluja, das sich – für Werke der musica sacra eher ungewöhnlich – in freudigem Tanz entlädt. Gekrönt von einer Orchesterfuge, die in ihrer durchstrukturierten Form die Verlässlichkeit des Glaubens zum Ausdruck bringt. Und schließlich im vierten Satz das Gebet Christi zum göttlichen Vater, eingeleitet durch verschwommene Klänge aus dem Dunkel der Erde, die – wie bereits im Eingangsteil – in aufsteigender Tonfolge bis in die Vibration des klaren Lichts vordringen: dissonant-ätherisch mit einem abschließenden unglaublich schönen Streicher-Klangteppich. Insgesamt ein Programm, das in der einfühlsamen und klangstarken Interpretation des Gürzenich-Orchesters (Foto) mit seinem Gastdirigenten Jun Märkl (Foto oben links) zu einem ausgefallenen und vom Publikum umjubelten Hörerlebnis wird. |